HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 380

Aconitinum

Aconin.

In 99 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aconitinum ist das aus dem Blauen Eisenhut gewonnene Alkaloid und steht in der Literatur deutlich stärker im Zeichen der Nerven als die Muttertinktur Aconitum napellus. Kennzeichnend sind Taubheit und Ameisenlaufen der betroffenen Teile, ein Gefühl gefrorener Glieder und eine ausgeprägte Spannung in den Muskeln. Klassisch zugeordnet wird das Mittel neuralgischen Gesichtsschmerzen, besonders im Stirnbereich und am Unterkiefer.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Prüfungsberichte beschreiben keinen typischen Körperbau; die Mittelwahl erfolgt über die Nerven- und Empfindungszeichen.
Thermalitätfrostig
TemperamentErregbar und leicht aus der Fassung zu bringen. Die Rubriken verzeichnen eine Verschlimmerung durch Gemütserregung, namentlich durch Ärger, der von Angst oder von Schreck begleitet ist. In schweren Zuständen tritt Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit auf.

Gemütsbild

Verschlimmerung durch Gemütserregung, besonders Ärger mit AngstÄrger mit Schreck als auslösender UmstandBenommenheit bis zur Bewusstlosigkeit in schweren ZuständenErregbarkeit bei gleichzeitiger körperlicher Erstarrung

Das Gemütsbild von Aconitinum ist schmal gezeichnet und tritt hinter dem Nervenbild zurück. Die Rubriken heben zwei Auslöser hervor: Ärger, der mit Angst einhergeht, und Ärger, der mit Schreck verbunden ist. Beides verschlimmert das Befinden deutlich. In den stärkeren Zuständen weicht die Erregung einer Trübung des Bewusstseins, die bis zur Bewusstlosigkeit reicht. Eine Rubrik zur Wasserscheu ist einzeln vermerkt, ohne dass die Literatur sie weiter ausführt. Der ausgeprägte Angstzustand mit Todesfurcht, den man von Aconitum napellus kennt, ist beim Alkaloid so nicht verzeichnet.

Ängste: Angst im Zusammenhang mit Ärger und Gemütserregung, Erschrecken als auslösender Umstand von Beschwerden

Leitsymptome

Gefühl gefrorener Glieder, in den Empfindungsrubriken mit hohem Grad verzeichnet
Spannung in den Muskeln, als kennzeichnende Allgemeinempfindung geführt
Taubheit der leidenden Teile, häufig neben dem Schmerz bestehend
Ameisenlaufen und Kribbeln, innerlich empfunden
Neuralgische Schmerzen an Stirn und Schläfen sowie am Unterkiefer, mit offen stehendem Mund
Einseitige Kälte im Fieber, Hitze und Schweiß ohne Durst, erweiterte Pupillen
Verschlechterung
  • Gemütserregung, besonders Ärger mit Angst oder Schreck
  • Sommer und Wärme, in den Verschlimmerungsrubriken eigens verzeichnet
  • Bewegung der betroffenen Teile
  • Berührung schmerzhafter Stellen
Verbesserung
  • Ruhe und ungestörtes Liegen
  • In den vorliegenden Rubriken sind eigenständige Besserungsmodalitäten nur spärlich verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Durstlosigkeit während Hitze und Schweiß, in den Fieberrubriken eigens verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Neuralgische Gesichtsschmerzen, besonders im Bereich von Stirn und UnterkieferZustände mit Taubheit und Ameisenlaufen der betroffenen KörperteileFieberzustände mit einseitiger Kälte und DurstlosigkeitKrampfhafte Zustände einschließlich Kieferklemme, in den Rubriken aufgeführtKreislaufzustände mit niedrigem Blutdruck und einem Puls, der schneller ist als der HerzschlagLähmungszustände, in den klinischen Rubriken genannt

Abgrenzung

Aconitum napellus, die Gesamtpflanze, zeigt das plötzliche, stürmische Fieber nach Kaltwindeinwirkung mit Todesfurcht und großer Unruhe; Aconitinum, das isolierte Alkaloid, betont dagegen die Nervenzeichen mit Taubheit, Ameisenlaufen und Kältegefühl der Glieder. Gegenüber Spigelia anthelmia, dem klassischen Mittel des linksseitigen Gesichtsschmerzes, fehlt Aconitinum die scharfe Seitenbetonung. Mezereum wird dem brennenden Gesichts- und Nervenschmerz nach Gürtelrose zugeordnet, wo Aconitinum stärker durch das Erstarrungs- und Spannungsgefühl gekennzeichnet ist.

Verwandte Mittel

Aconitum napellusAconitum feroxSpigelia anthelmiaMezereumCicuta virosaNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.