Aconitinum ist das aus dem Blauen Eisenhut gewonnene Alkaloid und steht in der Literatur deutlich stärker im Zeichen der Nerven als die Muttertinktur Aconitum napellus. Kennzeichnend sind Taubheit und Ameisenlaufen der betroffenen Teile, ein Gefühl gefrorener Glieder und eine ausgeprägte Spannung in den Muskeln. Klassisch zugeordnet wird das Mittel neuralgischen Gesichtsschmerzen, besonders im Stirnbereich und am Unterkiefer.
Konstitution
Gemütsbild
Verschlimmerung durch Gemütserregung, besonders Ärger mit AngstÄrger mit Schreck als auslösender UmstandBenommenheit bis zur Bewusstlosigkeit in schweren ZuständenErregbarkeit bei gleichzeitiger körperlicher Erstarrung
Das Gemütsbild von Aconitinum ist schmal gezeichnet und tritt hinter dem Nervenbild zurück. Die Rubriken heben zwei Auslöser hervor: Ärger, der mit Angst einhergeht, und Ärger, der mit Schreck verbunden ist. Beides verschlimmert das Befinden deutlich. In den stärkeren Zuständen weicht die Erregung einer Trübung des Bewusstseins, die bis zur Bewusstlosigkeit reicht. Eine Rubrik zur Wasserscheu ist einzeln vermerkt, ohne dass die Literatur sie weiter ausführt. Der ausgeprägte Angstzustand mit Todesfurcht, den man von Aconitum napellus kennt, ist beim Alkaloid so nicht verzeichnet.
Ängste: Angst im Zusammenhang mit Ärger und Gemütserregung, Erschrecken als auslösender Umstand von Beschwerden
Leitsymptome
- Gemütserregung, besonders Ärger mit Angst oder Schreck
- Sommer und Wärme, in den Verschlimmerungsrubriken eigens verzeichnet
- Bewegung der betroffenen Teile
- Berührung schmerzhafter Stellen
- Ruhe und ungestörtes Liegen
- In den vorliegenden Rubriken sind eigenständige Besserungsmodalitäten nur spärlich verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
- Durstlosigkeit während Hitze und Schweiß, in den Fieberrubriken eigens verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Neuralgische Gesichtsschmerzen, besonders im Bereich von Stirn und UnterkieferZustände mit Taubheit und Ameisenlaufen der betroffenen KörperteileFieberzustände mit einseitiger Kälte und DurstlosigkeitKrampfhafte Zustände einschließlich Kieferklemme, in den Rubriken aufgeführtKreislaufzustände mit niedrigem Blutdruck und einem Puls, der schneller ist als der HerzschlagLähmungszustände, in den klinischen Rubriken genannt
Abgrenzung
Aconitum napellus, die Gesamtpflanze, zeigt das plötzliche, stürmische Fieber nach Kaltwindeinwirkung mit Todesfurcht und großer Unruhe; Aconitinum, das isolierte Alkaloid, betont dagegen die Nervenzeichen mit Taubheit, Ameisenlaufen und Kältegefühl der Glieder. Gegenüber Spigelia anthelmia, dem klassischen Mittel des linksseitigen Gesichtsschmerzes, fehlt Aconitinum die scharfe Seitenbetonung. Mezereum wird dem brennenden Gesichts- und Nervenschmerz nach Gürtelrose zugeordnet, wo Aconitinum stärker durch das Erstarrungs- und Spannungsgefühl gekennzeichnet ist.
Verwandte Mittel
Aconitum napellusAconitum feroxSpigelia anthelmiaMezereumCicuta virosaNux vomica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.