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Materia medica · Nr. 435

Agave americana

Agav-a.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Agave americana, die Amerikanische Agave, ist eine mexikanische Blattsukkulente, aus deren Saft das Nationalgetränk Pulque gewonnen wird. In die homöopathische Materia medica gelangte sie über die volksheilkundliche Verwendung in Mittelamerika; die Angaben sind entsprechend schmal. Sie ist klassisch den Schleimhautgeschwüren des Mundes und dem Skorbut zugeordnet, außerdem findet sich der überlieferte Bezug zur Wasserscheu.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht beschrieben. Die Literatur nennt geschwächte, unterernährte Menschen mit schlechter Gewebeheilung, wie sie beim Skorbut anzutreffen sind.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Verzeichnet ist allein die Wasserscheu, ein Zustand von Erregung mit Widerwillen gegen das Trinken, wie er in den älteren Berichten im Zusammenhang mit der Tollwut beschrieben wurde.

Gemütsbild

Wasserscheu mit Widerwillen und Erregung beim TrinkversuchKein weiter ausgearbeitetes GemütsbildAngaben stammen aus volksheilkundlicher Überlieferung, nicht aus einer Prüfung

Die einzige Gemütsangabe des Repertoriums ist die Wasserscheu. In Mexiko wurde die Pflanze traditionell bei Bissverletzungen durch tollwutverdächtige Tiere verwendet, und über diesen Weg gelangte die Rubrik in die Literatur. Ein seelisches Bild im eigentlichen Sinn - Ängste, Stimmungen, Reaktionsweisen - ist nicht überliefert, weil eine systematische Arzneimittelprüfung fehlt. Wer Agave americana erwägt, geht daher von den körperlichen Zeichen aus, vor allem von den Geschwüren der Mundschleimhaut und den Zeichen des Zahnfleischverfalls. Alles Weitere bleibt bewusst offen.

Ängste: Erregung und Abwehr beim Anblick von Wasser oder beim Trinkversuch, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Geschwürige Entzündung der Mundschleimhaut mit Zerfall des Zahnfleischs
Skorbutartige Zustände mit lockerem, leicht blutendem Zahnfleisch
Übelriechender Atem bei geschwürigem Mundzustand
Absonderungen der Harnröhre, klassisch dem Tripper zugeordnet
Schlechte Heilungstendenz von Schleimhautdefekten
Verschlechterung
  • Berührung der geschwürigen Stellen, Essen und Trinken
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Kühle Spülungen und Ruhe
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen Wasser und gegen das Trinken
  • Weitere Abneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Geschwürige Entzündung der MundschleimhautSkorbutartige ZahnfleischveränderungenAusfluss aus der Harnröhre, klassisch dem Tripper zugeordnetZustände mit Wasserscheu in der älteren Literatur

Abgrenzung

Bei geschwürigen Mundzuständen ist zuerst Mercurius solubilis zu bedenken, mit übelriechendem Speichelfluss, schwammigem Zahnfleisch und nächtlicher Verschlechterung, ferner Kalium chloricum und Borax bei Belägen und Aphthen sowie Carbo vegetabilis bei blutendem Zahnfleisch mit allgemeinem Verfall. Bei skorbutartigen Bildern werden klassisch Acidum nitricum und Acidum muriaticum verglichen. Für die Wasserscheu stehen Belladonna, Stramonium, Hyoscyamus und die Nosode Lyssinum im Vordergrund; Agave americana ist hier nur eine Randnotiz der Literatur und nicht durch eine Prüfung gestützt.

Verwandte Mittel

Mercurius solubilisAcidum nitricumCarbo vegetabilisBelladonnaLyssinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.