Alcoholus ist die homöopathische Zubereitung des Weingeists. Sein überliefertes Bild ist fast ausschließlich ein Gemütsbild und folgt dem, was die Rauschwirkung und der Entzug hervorbringen: Wahnvorstellungen von Verfolgung durch Mörder und Räuber, das Gefühl, auf einem Schiff im Sturm zu sein, dazu Größen- und Reichtumsvorstellungen, unerklärliche Furcht und Unaufrichtigkeit. Darunter liegt ein tiefer Mangel an Zutrauen zu sich selbst.
Konstitution
Gemütsbild
Mangel an Selbstvertrauen als GrundzugWahnvorstellungen, verfolgt zu werden, von Mördern oder RäubernVorstellung, auf einem Schiff im Sturm zu seinVorstellungen von Reichtum und BedeutungUnerklärliche Furcht ohne fassbaren AnlassUnaufrichtigkeit, Abweichen von der Wahrheit
Das Gemütsbild ist der eigentliche Kern dieses Mittels und trägt die Handschrift des Rauschzustands. Im Vordergrund stehen Trugvorstellungen der Bedrohung: Der Betreffende sieht sich verfolgt, meint, Mörder oder Räuber seien hinter ihm her, und gerät in Angst, für die sich kein Grund benennen lässt. Daneben stehen Vorstellungen des Schwankens und der Ausgeliefertheit, ausgedrückt in dem eigentümlichen Bild, sich auf einem Schiff im Sturm zu befinden. Als Gegenstück treten Größen- und Reichtumsvorstellungen auf, die den Mangel an Selbstvertrauen zudecken. Die Unaufrichtigkeit gehört zu diesem Wechsel: Es wird beschönigt und verschoben, um das eigene Bild aufrechtzuerhalten. Die Materia medica beschreibt dazu Zittern, Schlaflosigkeit und die Unfähigkeit, den Zustand nüchtern zu betrachten.
Ängste: Unerklärliche Furcht ohne benennbaren Anlass, Angst, verfolgt zu werden, von Mördern oder Räubern, Angst vor dem Ausgeliefertsein, im Bild des Sturms auf See
Leitsymptome
- Nachts, wenn Trugbilder und Furcht zunehmen
- Alleinsein, das die Bedrohungsvorstellungen verstärkt
- Ruhige, vertraute Umgebung und Anwesenheit anderer
- Weitere Besserungen sind in den Rubriken nicht ausgewiesen
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach geistigen Getränken, entsprechend der Herkunft des Mittels
- Weitere Speiseverlangen sind in den Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Wahnvorstellungen der Verfolgung durch Mörder oder Räuber aufgeführtBei Reichtums- und Größenvorstellungen genanntBei unerklärlicher Furcht verzeichnetBei Mangel an Selbstvertrauen aufgeführtBei Unaufrichtigkeit als Gemütszeichen genanntIn den klinischen Rubriken bei Klappenerkrankungen des Herzens aufgeführt
Abgrenzung
Nux vomica ist das große Mittel für die Folgen ausschweifender Lebensweise, dort mit Reizbarkeit, Überempfindlichkeit und krampfartigen Beschwerden. Stramonium teilt die schreckhaften Trugbilder und die Furcht vor Verfolgung, jedoch mit heftigerer Erregung, Lichtscheu und Furcht vor Dunkelheit. Lachesis zeigt die Redseligkeit und das Misstrauen, mit Verschlimmerung nach dem Schlaf. Hyoscyamus steht bei Eifersuchtswahn und schamloser Enthemmung. Für Alcoholus spricht die Verbindung von Verfolgungs- und Reichtumsvorstellungen mit dem darunter liegenden Mangel an Selbstvertrauen.
Verwandte Mittel
Nux vomicaStramoniumLachesisHyoscyamusOpiumAgaricus muscarius
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.