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Materia medica · Nr. 15

Alumina

Alum.

In 11.626 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Alumina ist die homöopathisch aufbereitete Tonerde (Aluminiumoxid) und gehört zu den großen Trockenheits- und Lähmungsmitteln der klassischen Materia medica. Die Repertorien führen das Mittel in hohem Grad bei Langsamkeit, Kraftlosigkeit und schleichend fortschreitender Schwäche der Muskulatur sowie bei ausgeprägter Trockenheit von Haut und Schleimhäuten. Typischerweise beschrieben wird ein Mensch, dem alles zu langsam geht und dessen Körper wie ausgetrocknet und nicht mehr richtig gesteuert wirkt.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist magere, trockene, oft frühzeitig gealtert wirkende Menschen mit sprödem Haar, rissiger Haut und aufgesprungenen Lippen. Die Rubriken Hände rissig und Lippen aufgesprungen sind im höchsten Grad vertreten.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubrik Langsamkeit steht im höchsten Grad an der Spitze des Gemütsbildes. Denken, Sprechen und Handeln wirken verzögert, das Erfassen einer Situation braucht Zeit. Dazu kommen Eigensinn, Reizbarkeit und ein rascher Stimmungswechsel bei insgesamt matter Grundstimmung.

Gemütsbild

Langsamkeit und Verzögerung in Denken und BewegungVerwirrung über die eigene IdentitätEigensinn bei gleichzeitiger innerer Schwächewechselnde Stimmung, Reizbarkeit ohne rechten AnlassGefühl von innerer Eile bei tatsächlicher Trägheit

Das Gemütsbild ist durch Verlangsamung geprägt: Gedanken kommen schwer in Gang, Antworten brauchen lange, der Faden geht verloren. Die klassische Literatur beschreibt eine eigentümliche Entfremdung von sich selbst – die Rubrik Verwirrung über die eigene Identität ist im höchsten Grad geführt; Betroffene berichten, es scheine ihnen, als spreche oder handle jemand anderes. Zugleich besteht eine innere Hast, alles möglichst rasch zu erledigen, während der Körper nicht folgt. Reizbarkeit und Eigensinn treten hervor, wenn man zur Eile gedrängt wird. In fortgeschrittenen Zuständen wird eine dumpfe, mattgestimmte Verfassung mit Neigung zum Hinlegen beschrieben.

Ängste: Angst, den Verstand zu verlieren oder die Kontrolle über sich zu verlieren, Beklemmung beim Anblick von Blut oder scharfen Gegenständen, wie sie die Materia medica beschreibt, Unsicherheit über die eigene Person und die eigene Wahrnehmung

Leitsymptome

Verstopfung mit weichem Stuhl, der dennoch nur unter starkem Pressen abgeht – ein Kennzeichen des Mittels (Rubriken Obstipation weicher Stuhl und schwergehender Stuhl, Grad 3)
Ausgeprägte Trockenheit von Haut und Schleimhäuten: trockene Augen, rissige Hände, aufgesprungene Lippen, Jucken ohne sichtbaren Ausschlag
Schwäche und Unsicherheit der Beine, Wanken und Schwanken beim Gehen, Lähmungsgefühl und Ataxie (Grad 3)
Schweregefühl in Beinen und Füßen, Schwäche schon durch Gehen oder durch Reden
Trockener, würgender, erstickender Husten, morgens schlechter, teils mit Erbrechen
Harnentleerung mit schwachem Strahl, muss lange pressen; scharfer, wundmachender weißer Ausfluss
Verschlechterung
  • abends
  • Wärme und warme Räume
  • körperliche Anstrengung, Kauen, Reden
  • nach dem Stuhlgang
  • periodisch wiederkehrend, oft einseitig
Verbesserung
  • frische Luft
  • Gehen im Freien
  • kühle Umgebung
  • abends nach zeitweiliger Erleichterung; die Beschwerden folgen einem tageszeitlichen Rhythmus

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • in der Materia medica beschriebenes Verlangen nach unverdaulichen Dingen wie Kreide, Kohle oder trockener Erde
  • trockene Speisen, gelegentlich auch nach Stärkehaltigem
Abneigung
  • Fleisch
  • verminderter Appetit allgemein (Rubrik Appetit vermindert, Grad 3); Kartoffeln werden in der Literatur als schlecht bekömmlich beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

chronische Verstopfung ohne Stuhldrang, auch bei Säuglingen und älteren MenschenTrockenheit von Haut und Schleimhäuten, trockenes Ekzem, Jucken ohne AusschlagSchwäche- und Lähmungszustände der Beine mit Gangunsicherheitchronische Bindehaut- und Lidentzündungen mit Trockenheit und Verklebungtrockener, würgender ReizhustenErschöpfungszustände mit auffälliger geistiger Verlangsamung

Abgrenzung

Bryonia hat ebenfalls Trockenheit und harten Stuhl, dort ist der Stuhl jedoch trocken und hart, während Alumina den weichen Stuhl mit starkem Pressen zeigt. Natrium muriaticum teilt Trockenheit und Verstopfung, steht aber gemütsseitig für verschlossenen Kummer und nicht für die Verlangsamung. Plumbum zeigt ebenfalls Lähmungen, dort jedoch mit Koliken, eingezogenem Bauch und Muskelschwund im Vordergrund.

Verwandte Mittel

BryoniaFerrum metallicumPlumbum metallicumNatrium muriaticumPulsatillaSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.