HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 20

Ammonium muriaticum

Am-m.

In 6.807 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ammonium muriaticum, der homöopathisch aufbereitete Salmiak, gehört zu den Ammonium-Salzen und wird in der klassischen Materia medica vor allem bei zähen Schleimhautabsonderungen, hartem, krümeligem Stuhl und eigentümlichen Spannungsgefühlen beschrieben. Charakteristisch ist ein Missverhältnis der Körperformen: ein fülliger Rumpf bei schmächtigen Gliedern. Die Repertorien führen es hoch bei ziehend-spannenden Beschwerden in den Beinen und bei Folgezuständen nach Scharlach.

Konstitution

KörperbauDie Literatur beschreibt einen kennzeichnenden Bautyp: ein voller, schwerer Körper mit unverhältnismäßig dünnen, schwachen Gliedmaßen. Die Rubrik Fettleibigkeit ist mit mittlerem Grad vertreten.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird ein zurückhaltendes, mürrisches Wesen mit unterdrücktem Ärger und einer traurigen Grundstimmung, für die kein Anlass benannt werden kann. Nervöses Schaudern und innere Spannung werden in den Rubriken genannt.

Gemütsbild

traurige Grundstimmung ohne erkennbaren Anlassunterdrückter Ärger und stille Abneigung gegen bestimmte Menscheninnere Spannung, die sich körperlich als Spannungsgefühl zeigtVerlangen nach Licht, Verschlechterung im Zwielicht

Die klassische Materia medica zeichnet ein eher stilles, in sich gekehrtes Bild: Traurigkeit, für die keine Ursache angegeben werden kann, oft mit Weinen ohne Grund. Auffällig ist die stille, aber hartnäckige Abneigung gegen einzelne Personen, die nicht ausgesprochen wird. Die Repertorien führen ausdrücklich das Verlangen nach Licht sowie die Verschlechterung durch Dunkelheit und Zwielicht. Nervöses Schaudern und eine körperlich spürbare Spannung begleiten diesen Zustand. Träume sind zahlreich – ängstlich, schrecklich, von Schwierigkeiten handelnd – und stören den Schlaf. Insgesamt beschreibt die Literatur einen Menschen, der Spannungen in sich behält, bis der Körper sie als Steifheit und Ziehen ausdrückt.

Ängste: unbestimmte Ängstlichkeit, besonders in Dunkelheit und Dämmerung, ängstliche und schreckhafte Träume, Sorge, die sich als körperliche Spannung äußert

Leitsymptome

Gefühl von Spannung und Verkürzung in den Oberschenkeln, als seien die Sehnen zu kurz – ein klassisches Kennzeichen (Grad 3)
Harter, krümeliger, schwer abgehender Stuhl in spärlicher Menge
Wundmachender Schnupfen mit häufigem Niesen bei gleichzeitig verstopfter Nase
Lähmungsgefühl im Arm, besonders rechts; stechende Schmerzen in den Fingerspitzen
Drüsenschwellungen, vor allem in den Achselhöhlen (Grad 3)
Wandernde Schmerzen, die den Ort wechseln
Tiefe Risse in den Lippen, schuppende, beißende Hautausschläge
Verschlechterung
  • morgens und beim Erwachen
  • Dunkelheit und Zwielicht
  • Sitzen
  • Kauen und Niesen
  • Handarbeit
  • nach dem Frühstück
Verbesserung
  • Liegen, besonders auf dem Rücken
  • nach dem Stuhlgang
  • Baden
  • Reiben der betroffenen Stelle
  • Aufstoßen bei Beklemmung in der Brust

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine hochgradigen Nahrungsverlangen vermerkt
  • die klassische Literatur nennt zeitweise Verlangen nach Süßem und nach Zitronenlimonade
Abneigung
  • Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine hochgradigen Rubriken vor
  • bitteres Aufstoßen nach dem Essen wird als begleitende Beschwerde beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

chronische, zähe Schleimhautkatarrhe von Nase und Rachenhartnäckige Verstopfung mit hartem, krümeligem Stuhlspannende, ziehende Beschwerden in Oberschenkeln und KniekehlenDrüsenschwellungen, besonders in den AchselhöhlenFolgezustände nach Scharlach, in den Repertorien mit höchstem Grad geführtrissige Lippen und schuppende Hautausschläge

Abgrenzung

Ammonium carbonicum teilt die Schleimhautbeteiligung und die Schwäche, zeigt aber deutlich mehr Herz- und Atemnotsymptome sowie Verschlechterung in feuchter Kälte. Natrium muriaticum ähnelt in der verschlossenen Traurigkeit und den rissigen Lippen, hat jedoch Verlangen nach Salz, Verschlechterung durch Trost und Sonne im Vordergrund. Causticum teilt das Gefühl verkürzter Sehnen, verbindet es aber mit fortschreitender Lähmung und Besserung durch feuchtes Wetter, während Ammonium muriaticum durch Liegen gebessert wird.

Verwandte Mittel

Ammonium carbonicumCausticumNatrium muriaticumAntimonium tartaricumCarbo vegetabilisNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.