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Materia medica · Nr. 515

Ambrosia artemisiae folia

Ambro.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ambrosia artemisiifolia, das Beifußblättrige Traubenkraut (Ragweed), ist ein nordamerikanischer Korbblütler, dessen Pollen als ausgesprochen starke Auslöser saisonaler Beschwerden gelten. In der Homöopathie ist es ein ausgesprochen scharf umrissenes Mittel: Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf allergischen Reaktionen der oberen Atemwege - wässriger Fließschnupfen, unerträgliches Jucken der Augenlider, Niesanfälle -, also auf dem Bild des Heuschnupfens.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körpertyp beschrieben. Das Mittel wird nicht über eine Konstitution, sondern über die kennzeichnende Reaktionsweise der Schleimhäute eingeordnet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die Datenbasis verzeichnet keine Gemütsrubriken. Was die Praxis beschreibt, ist die Zermürbung durch den anhaltenden Reiz: gereizt, unausgeschlafen, wenig belastbar, solange die Beschwerden andauern - ein Begleitzug, kein eigenständiges Gemütsbild.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertGereiztheit und Ermüdung durch den anhaltenden ReizzustandEinordnung erfolgt über die allergische Reaktionsweise

Für Ambrosia sind keine Gemütsrubriken verzeichnet; das Mittel ist ein Beispiel für eine sehr eng auf eine Reaktionsweise zugeschnittene Arznei. Im Vordergrund steht durchgehend der allergische Reizzustand der Schleimhäute, mit hohem Grad im Klinischen Kapitel unter Allergie geführt. Wo in der Praxis über die Stimmung berichtet wird, geht es um die Folgen des Dauerreizes: schlechter Schlaf, Gereiztheit, das Gefühl, den Kopf nicht frei zu bekommen. Ein Konstitutionsbild im Sinne der großen Mittel ist in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Allergische Reaktion der oberen Atemwege - der mit Abstand am stärksten bewertete Zug des Mittels
Jährlich zur selben Zeit wiederkehrender Schnupfen (Heuschnupfen)
Wässriger, wundmachender Nasenfluss mit anhaltendem Niesreiz
Unerträgliches Jucken der Augenlider, tränende und brennende Augen
Verstopfte Nase im Wechsel mit reichlichem Fließen
Reizgefühl bis in Rachen und Bronchien mit trockenem Reizhusten
Verschlechterung
  • Zur Blüte- und Pollenzeit, jährlich wiederkehrend
  • Im Freien und bei trockener, windiger Witterung
  • Staub und trockene Raumluft
Verbesserung
  • Geschlossene Räume und feuchte, kühle Luft
  • Nach Regen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Heuschnupfen mit wässrigem Nasenfluss und NiesreizUnerträgliches Jucken der AugenliderAllergische Reizzustände der oberen AtemwegeTrockener Reizhusten bei PollenbelastungWiederkehrende saisonale Beschwerden

Abgrenzung

Allium cepa teilt den wundmachenden Nasenfluss bei mildem Augentränen und bessert sich im Freien - genau umgekehrt zu Ambrosia, dessen Beschwerden im Freien zunehmen. Euphrasia officinalis zeigt das umgekehrte Verhältnis der Sekrete: scharfe Tränen bei mildem Schnupfen. Sabadilla ist durch die krampfartigen Niesanfälle gekennzeichnet, Arsenicum album durch Brennen mit Frösteln und Unruhe. Das Kennzeichnende an Ambrosia ist die Verbindung von wässrigem Fließschnupfen mit dem heftigen Lidjucken und der strengen jahreszeitlichen Bindung. Als Ragweed-Pollen ist die Pflanze zugleich ein häufiger Auslöser dieser Beschwerden.

Verwandte Mittel

Allium cepaEuphrasia officinalisSabadillaArsenicum albumArundo mauritanica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.