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Materia medica · Nr. 547

Anagallis arvensis

Anag.

In 346 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anagallis arvensis, der Ackergauchheil, ist ein kleines Pflanzenmittel, das in der Materia medica vor allem als Hautmittel geführt wird. Kennzeichnend sind bläschenförmige Ausschläge an den Händen, die in Schüben auftreten, mit heftigem Juckreiz an den Handflächen. Dazu treten Trockenheit und Kratzen im Hals sowie Juckreiz im Ohr.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; das Mittel ist über die Hautsymptomatik erschlossen und nicht als Konstitutionsmittel ausgearbeitet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin eigenständiges Gemütsbild liegt nicht vor. Die Rubriken verzeichnen lediglich abendliche Beklemmung in der Brust; darüber hinaus beschränkt sich die Literatur auf körperliche Zeichen.

Gemütsbild

Beklemmung und Beängstigung am Abend, besonders im BettKein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Anagallis ist in der Literatur fast ausschließlich über die Haut beschrieben. Ein Kapitel Gemüt fehlt in den vorliegenden Rubriken; verzeichnet ist allein die Beklemmung in der Brust am Abend und im Bett, die eher zum körperlichen Bild gehört. Die klassischen Autoren führen das Mittel als Hautmittel und geben keine kennzeichnenden seelischen Züge an. Aussagen über ein Gemütsbild wären an dieser Stelle nicht belegbar; das Mittel wird in der Praxis nach den örtlichen Hautzeichen und den Empfindungen an Hals und Ohr abgegrenzt.

Ängste: Beklemmung am Abend im Bett, Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Heftiges Jucken der Handflächen, das sich durch Reiben bessert; in den Rubriken das am stärksten besetzte Zeichen
Bläschenausschlag an den Händen, der in Schüben auftritt: kaum sind die alten Bläschen zurückgegangen, erscheinen neue
Trockenheit und Kratzen im Hals
Juckreiz im Ohr, ausdrücklich links
Ziehende Schmerzen und Zusammenschnüren an der Hüfte, Krämpfe in Wade und Bein, Trockenheit der Finger
Juckreiz an Lidern und Brustwarzen; nach der Nahrungsaufnahme Schmerzen in der Brust
Verschlechterung
  • Abends, hinsichtlich der Beklemmung
  • Nach dem Essen, hinsichtlich der Brustschmerzen
  • Bei Berührung und Reizung der betroffenen Hautstellen
Verbesserung
  • Reiben der juckenden Handflächen, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Kühle Anwendungen an der Haut
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Juckreiz der Handflächen mit Besserung durch Reiben in hohem Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu bläschenförmigen Hautausschlägen an den Händen, die in Schüben wiederkehrenBei Trockenheit und Kratzen im Hals verzeichnetBei Juckreiz im Ohr genanntBei Ausfluss aus der Harnröhre in den Rubriken aufgeführtBei ziehenden Hüftschmerzen und Wadenkrämpfen beschrieben

Abgrenzung

Rhus toxicodendron teilt den Bläschenausschlag mit heftigem Juckreiz, zeigt jedoch die kennzeichnende Besserung durch fortgesetzte Bewegung und die Verschlimmerung durch Nässe. Ranunculus bulbosus steht bei Bläschen mit brennendem Schmerz und Verschlimmerung durch Berührung. Sepia, Petroleum und Graphites kommen bei rissigen und schuppenden Handekzemen in Betracht, dann jedoch mit einem breit belegten Allgemein- und Gemütsbild. Für Anagallis spricht das Jucken der Handflächen mit Besserung durch Reiben und das schubweise Erscheinen neuer Bläschen.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronRanunculus bulbosusGraphitesPetroleumSepiaSulfur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.