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Materia medica · Nr. 557

Androctonus amoreuxiihebraeus

Androc.

In 5 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Androctonus amoreuxii hebraeus ist ein nordafrikanisch-vorderasiatischer Skorpion, dessen Gattungsname sich mit Menschentöter übersetzen lässt. Anders als die meisten Tiermittel stammt er nicht aus dem 19. Jahrhundert, sondern aus einer neueren Arzneimittelprüfung. In der Datenbank sind nur wenige Zeichen verzeichnet, und diese liegen auffällig im Gemütskapitel: Langsamkeit, Zögern und eine Besserung der Beschwerden durch das Weinen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Das Mittel wird über den seelischen Zustand gefunden, nicht über den Körperbau.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie wenigen verzeichneten Zeichen deuten auf eine gehemmte, verlangsamte Verfassung: Der Betreffende zögert, kommt nicht in Gang, wirkt in seinen Reaktionen verzögert. Die moderne Prüfungsliteratur beschreibt daneben eine kühle, abweisende Haltung mit dem Gefühl, niemanden zu brauchen. Belegt ist im Repertorium nur die Langsamkeit und das Zögern.

Gemütsbild

Langsamkeit, Verlangsamung der ReaktionenZögern, Unentschlossenheit im HandelnBeschwerden bessern sich durch WeinenIn der modernen Prüfungsliteratur: Rückzug und Distanz gegenüber anderen

Die verzeichneten Gemütszeichen zeichnen einen Menschen, der langsam wird und zögert - Entschlüsse kommen nicht zustande, Handlungen setzen verspätet ein. Bemerkenswert ist die zweite Angabe: Weinen bessert. Beschwerden, die vorher bestanden, geben nach, sobald der Betreffende weint. Das ist ein tröstliches Gegengewicht zu der Verhärtung, die die neuere Prüfungsliteratur bei den Skorpionmitteln als Grundzug beschreibt - eine kühle Selbstgenügsamkeit, ein Panzer, hinter dem Verletzlichkeit liegt. Diese Beschreibung stammt aus einer Prüfung des 20. Jahrhunderts und ist noch nicht durch lange klinische Erfahrung abgesichert; im Repertorium finden sich davon nur die genannten wenigen Einträge. Wer das Mittel erwägt, prüft die Langsamkeit, das Zögern und die Erleichterung durch Tränen genau nach.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste im Repertorium verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Frösteln als Begleitzeichen des Fiebers - das einzige verzeichnete körperliche Zeichen
Fieber mit Frost, doppelt geführt (Fieber und Frostkapitel)
Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit, wie bei Skorpionmitteln allgemein beschrieben
Weitere Organbezüge sind im Repertorium nicht geführt
Verschlechterung
  • Kälte
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Weinen - Beschwerden geben nach, wenn Tränen kommen
  • Wärme

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände von Verlangsamung und AntriebshemmungZögern und UnentschlossenheitBeschwerden, die sich durch Weinen bessernFieber mit Frösteln

Abgrenzung

Pulsatilla ist das große Mittel des tränenreichen, weichen Menschen, der Trost sucht und ihn annimmt; bei Androctonus liegt hinter der Erleichterung durch Weinen nach der modernen Prüfungsliteratur eine deutlich abweisendere Grundhaltung. Natrium muriaticum weint nicht in Gegenwart anderer und weist Trost zurück. Bei Langsamkeit und Antriebsmangel sind Phosphoricum acidum, Helleborus niger und Gelsemium sempervirens die vollständig geprüften Mittel. Unter den Skorpionmitteln ist Androctonus das bekannteste, aber wegen der schmalen Datenlage nur bei genauer Übereinstimmung zu erwägen.

Verwandte Mittel

Natrium muriaticumPulsatillaTarentula hispanicaLachesis mutaPhosphoricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.