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Materia medica · Nr. 25

Antimonium crudum

Ant-c.

In 7.204 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Antimonium crudum ist der homöopathisch aufbereitete Grauspießglanz (Antimonsulfid) und verbindet in der klassischen Materia medica Magenbeschwerden nach Überessen mit hornigen Wucherungen der Haut. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Verschlimmerung nach Überessen, bei hornigen Warzen und Hühneraugen sowie bei der Abneigung, angefasst zu werden. Das bekannteste Kennzeichen ist die dick weiß belegte Zunge.

Konstitution

KörperbauHäufig beschrieben werden fülligere Menschen mit gutem Appetit; die Rubrik Fettleibigkeit ist mit mittlerem Grad vertreten. Auffällig sind Hornhautbildung an den Fußsohlen, gespaltene Nägel und Hühneraugen (Rubriken Grad 3).
Thermalitätwechselnd
TemperamentReizbar, verdrossen und berührungsempfindlich. Die Rubriken Reizbarkeit und Will nicht angefaßt werden stehen im höchsten Grad. Die Materia medica beschreibt Kinder, die weinen, sobald man sie ansieht oder berührt, und Erwachsene mit mürrischer Zurückweisung.

Gemütsbild

Abneigung gegen Berührung und Angeschautwerdenmürrische Reizbarkeit und Widerspruchsgeistsentimentale, schwärmerische Stimmung, besonders bei MondscheinLebensüberdruss und Widerwille gegen das Leben

Das Gemütsbild ist ungewöhnlich zusammengesetzt. Auf der einen Seite steht die schroffe Zurückweisung jeder Annäherung: Die Rubriken Will nicht angefaßt werden und Reizbarkeit sind im höchsten Grad geführt; Kinder werden als weinerlich und abweisend beschrieben, sobald man sie beachtet. Auf der anderen Seite führen die Repertorien die Rubrik Sentimentale Stimmung, besonders bei Mondschein, ebenfalls im höchsten Grad – eine schwärmerische, verliebte oder wehmütige Verfassung im Mondlicht, die zu den bekanntesten Eigenheiten des Mittels gehört. Die Rubrik Abscheu vor dem Leben ist ebenfalls hochgradig vertreten und zeigt die Schwere dieser Zustände. Insgesamt beschreibt die Literatur einen Menschen, dessen Empfindsamkeit sich hinter Verdrossenheit verbirgt.

Ängste: Lebensüberdruss und Abscheu vor dem Leben (Rubrik Grad 3), Beklemmung während der Magenbeschwerden, Empfindlichkeit gegenüber Nähe, verbunden mit Rückzug

Leitsymptome

Dick weiß belegte Zunge, wie mit Kalk überzogen – das bekannteste Kennzeichen des Mittels (Rubrik Farbe der Zunge weiß, Grad 3)
Magenbeschwerden nach Überessen, mit Übelkeit, Aufstoßen nach Speisen und Erbrechen (Rubriken Grad 3)
Hornige Warzen, Hühneraugen und Hornhaut an den Fußsohlen; gespaltene Nägel (Rubriken Grad 3)
Ausschläge mit dicken Krusten und Eiterung, besonders im Gesicht, an Stirn und Wangen
Risse in den Mundwinkeln und Nasenlöchern
Ausgeprägte Abneigung gegen Baden und Verschlimmerung durch Waschen und Baden (Rubriken Grad 3)
Verschlechterung
  • Überessen und schwere Speisen
  • Baden, Waschen, feuchte Umschläge
  • Hitze, Sonne und Erhitztwerden
  • abends
  • Licht, auch Feuerschein und Tageslicht
  • saure Speisen und Wein
Verbesserung
  • frische Luft und Ruhe
  • Dunkelheit
  • Gehen im Freien bessert den Kopfschmerz
  • Wärme an den betroffenen Stellen bei rheumatischen Beschwerden

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • saure Speisen, Essiggurken und Eingelegtes, wie es die klassische Materia medica beschreibt
  • Verlangen nach kräftig gesalzenen Speisen wird ebenfalls genannt
Abneigung
  • Ekel vor Nahrung bei bestehender Übelkeit (Rubrik Übelkeit Ekel vor Nahrung, Grad 3)
  • Übelkeit nach Brot; Brot und schwere Speisen werden schlecht vertragen (Rubrik Grad 3)

In Repertorien häufig zugeordnet

Magenverstimmung nach reichlichem Essen mit belegter Zungehornige Warzen, Hühneraugen und verdickte Hornhautkrustige, eitrige Hautausschläge im GesichtRisse in Mundwinkeln und NasenlöchernDurchfall im Wechsel mit Verstopfung, besonders nach ÜberhitzungKopfschmerz infolge von Magenbeschwerden oder Sonneneinwirkung

Abgrenzung

Pulsatilla teilt die Verschlimmerung durch fette Speisen, zeigt jedoch Weinerlichkeit mit Verlangen nach Trost und Besserung im Freien, während Antimonium crudum Berührung und Zuwendung zurückweist. Ipecacuanha hat ebenfalls Übelkeit mit Erbrechen, dort jedoch bei sauberer Zunge – ein wichtiger Unterschied zum dicken weißen Belag. Sulphur teilt die Hautbeteiligung und die Abneigung gegen Baden, hat aber Brennen und Morgendurchfall im Vordergrund.

Verwandte Mittel

PulsatillaIpecacuanhaSulphurNux vomicaCalcium carbonicumThuja occidentalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.