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Materia medica · Nr. 587

Anthracinum

Anthraci.

Auch: Anthr

In 382 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anthracinum ist eine Nosode, die aus Milzbrandmaterial bereitet und von Hering in die Materia medica eingeführt wurde. Das Bild ist eng umrissen und dramatisch: schwarz verfärbte, brennende Geschwüre, Karbunkel und Furunkel mit heftigem Brennen, dazu Zeichen des Gewebszerfalls und septisches Fieber. Kennzeichnend ist ein Brennen wie von glühenden Kohlen bei zugleich blauschwarzer Verfärbung der befallenen Stelle.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht beschrieben. Das Mittel wird nach dem örtlichen Befund und dem Allgemeinzustand bestimmt, häufig bei rasch hinfällig werdenden Kranken mit Drüsenschwellung und Milzvergrößerung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen kaum eigene Rubriken vor. Die klassische Literatur beschreibt einen von brennenden Schmerzen erschöpften, ruhelosen Zustand mit Kraftverfall; ein chronisches seelisches Bild wird nicht ausgeführt.

Gemütsbild

Erschöpfung und Ruhelosigkeit durch die brennenden SchmerzenZermürbung bei langsam heilenden, zerfallenden GeschwürenKein eigenständiges chronisches Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenAuswahl vorrangig nach dem örtlichen Befund und dem Allgemeinzustand

Anthracinum ist im Repertorium fast ausschließlich über Haut-, Fieber- und Allgemeinrubriken vertreten. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild mit Wesenszügen, Wahnideen oder charakteristischen Ängsten liegt nicht vor. Die klassische Materia medica schildert den Zustand als von brennenden Schmerzen beherrscht: Der Kranke findet keine Ruhe, ist erschöpft und verfällt bei septischem Verlauf rasch. Diese Erschöpfung ist Folge des körperlichen Zustands und nicht Ausdruck eines eigenständigen seelischen Bildes; weitergehende Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Karbunkel, in den Repertorien im höchsten Grad geführt; auch am Rücken verzeichnet
Furunkel mit heftigem Brennen, im hohen Grad aufgeführt
Brennen der äußeren Teile, im hohen Grad geführt; brennende Abszesse
Geschwüre mit brandigem Zerfall, schwarz verfärbt und brennend, besonders am Unterschenkel
Schwarze, bösartige Pusteln, auch an den Lippen im Gesicht
Umlauf an Fingern und Nagelbett mit Brennen und Gewebszerfall
Schwärzliche Verfärbung äußerer Teile, Verhärtung der Muskulatur, Drüsenschwellung
Septisches Fieber
Vergrößerung der Milz, Appetitlosigkeit
Beschwerden nach Sektions- und Stichverletzungen; Zustände nach Verbrennungen mit Gewebszerfall
Verschlechterung
  • Berührung der befallenen Stelle
  • Wärme über der entzündeten Stelle
  • Nachts, hinsichtlich der brennenden Schmerzen
  • Fortschreiten des Zerfalls im Wundgebiet
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen örtlich
  • Ruhe
  • Freier Abfluss aus der Wunde

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Appetitlosigkeit ist verzeichnet; besondere Abneigungen sind nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Karbunkeln im höchsten Grad aufgeführtBei Furunkeln mit heftigem Brennen im hohen Grad verzeichnetBei brandig zerfallenden, schwarz verfärbten Geschwüren, besonders am Unterschenkel, genanntKlassisch zugeordnet zu septischem Fieber mit rascher HinfälligkeitBei Umlauf an Fingern und Nagelbett mit Brennen aufgeführtBei Beschwerden nach Sektions- und Stichverletzungen beschrieben

Abgrenzung

Arsenicum album teilt das Brennen und den Gewebszerfall, zeigt jedoch die ausgeprägte Ruhelosigkeit mit Angst und die Besserung der Brennschmerzen durch Wärme, während bei Anthracinum die schwärzliche Verfärbung und die Heftigkeit des örtlichen Befundes noch stärker hervortreten. Tarentula cubensis steht bei Karbunkeln mit bläulicher Verfärbung und stechenden Schmerzen, Pyrogenium bei septischem Fieber mit auffälligem Missverhältnis zwischen Puls und Temperatur. Lachesis zeigt die blauschwarze Verfärbung und den raschen Zerfall mit Berührungsempfindlichkeit. Für Anthracinum spricht die Verbindung von schwarzem Karbunkel, brennendem Schmerz und rascher Erschöpfung.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumTarentula cubensisPyrogeniumLachesisSecale cornutumSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.