Anthracinum ist eine Nosode, die aus Milzbrandmaterial bereitet und von Hering in die Materia medica eingeführt wurde. Das Bild ist eng umrissen und dramatisch: schwarz verfärbte, brennende Geschwüre, Karbunkel und Furunkel mit heftigem Brennen, dazu Zeichen des Gewebszerfalls und septisches Fieber. Kennzeichnend ist ein Brennen wie von glühenden Kohlen bei zugleich blauschwarzer Verfärbung der befallenen Stelle.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung und Ruhelosigkeit durch die brennenden SchmerzenZermürbung bei langsam heilenden, zerfallenden GeschwürenKein eigenständiges chronisches Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenAuswahl vorrangig nach dem örtlichen Befund und dem Allgemeinzustand
Anthracinum ist im Repertorium fast ausschließlich über Haut-, Fieber- und Allgemeinrubriken vertreten. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild mit Wesenszügen, Wahnideen oder charakteristischen Ängsten liegt nicht vor. Die klassische Materia medica schildert den Zustand als von brennenden Schmerzen beherrscht: Der Kranke findet keine Ruhe, ist erschöpft und verfällt bei septischem Verlauf rasch. Diese Erschöpfung ist Folge des körperlichen Zustands und nicht Ausdruck eines eigenständigen seelischen Bildes; weitergehende Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Berührung der befallenen Stelle
- Wärme über der entzündeten Stelle
- Nachts, hinsichtlich der brennenden Schmerzen
- Fortschreiten des Zerfalls im Wundgebiet
- Kühle Anwendungen örtlich
- Ruhe
- Freier Abfluss aus der Wunde
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Appetitlosigkeit ist verzeichnet; besondere Abneigungen sind nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Karbunkeln im höchsten Grad aufgeführtBei Furunkeln mit heftigem Brennen im hohen Grad verzeichnetBei brandig zerfallenden, schwarz verfärbten Geschwüren, besonders am Unterschenkel, genanntKlassisch zugeordnet zu septischem Fieber mit rascher HinfälligkeitBei Umlauf an Fingern und Nagelbett mit Brennen aufgeführtBei Beschwerden nach Sektions- und Stichverletzungen beschrieben
Abgrenzung
Arsenicum album teilt das Brennen und den Gewebszerfall, zeigt jedoch die ausgeprägte Ruhelosigkeit mit Angst und die Besserung der Brennschmerzen durch Wärme, während bei Anthracinum die schwärzliche Verfärbung und die Heftigkeit des örtlichen Befundes noch stärker hervortreten. Tarentula cubensis steht bei Karbunkeln mit bläulicher Verfärbung und stechenden Schmerzen, Pyrogenium bei septischem Fieber mit auffälligem Missverhältnis zwischen Puls und Temperatur. Lachesis zeigt die blauschwarze Verfärbung und den raschen Zerfall mit Berührungsempfindlichkeit. Für Anthracinum spricht die Verbindung von schwarzem Karbunkel, brennendem Schmerz und rascher Erschöpfung.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumTarentula cubensisPyrogeniumLachesisSecale cornutumSilicea
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.