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Materia medica · Nr. 611

Aragallus lamberti

Arag.

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aragallus lamberti, auch Oxytropis lambertii oder Locoweed genannt, ist ein Schmetterlingsblütler der nordamerikanischen Prärie, der bei Weidetieren die als Loco-Krankheit bekannte Vergiftung mit taumelndem Gang und verändertem Verhalten auslöst. In der homöopathischen Literatur ist das Mittel klein, aber durch ein einprägsames Gemütsbild gekennzeichnet: Verlangen umherzuwandern bei zugleich fehlendem Ehrgeiz und erlahmter Willenskraft.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein Zustand des Nachlassens: Der Wille erlahmt, Vorhaben werden nicht mehr verfolgt, das Interesse an der eigenen Zukunft schwindet. Zugleich besteht ein rastloser Drang nach draußen, ein Umherziehen ohne Ziel. Diese Verbindung von Antriebslosigkeit und Wandertrieb ist das Eigentümliche des Mittels. Ein Konstitutionsbild mit körperlichen Merkmalen ist nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Verlangen umherzuwandern, ruheloses Fortstreben ohne ZielMangel an Ehrgeiz, erlahmte WillenskraftGleichgültigkeit gegenüber Aufgaben und Zukunft

Die Gemütsebene ist das Feld, auf dem Aragallus in der Datenbasis überhaupt erscheint, und die verzeichneten Rubriken ergeben ein zusammenhängendes Bild. Beschrieben wird ein Mensch, der den Antrieb verloren hat: Er verfolgt keine Ziele mehr, nimmt nichts in Angriff, lässt liegen, was zu tun wäre. Anstelle des Ehrgeizes tritt ein unbestimmter Drang, fortzugehen und umherzuziehen — kein zielgerichtetes Reisen, sondern ein Wandern ohne Absicht. Die ältere Materia medica bringt dieses Bild ausdrücklich mit den Beobachtungen an vergifteten Weidetieren in Verbindung, die die Herde verlassen und ziellos umherstreifen. Dazu werden Benommenheit, Unsicherheit im Denken und ein Gefühl der Betäubung beschrieben.

Ängste: keine charakteristischen Ängste durch Rubriken belegt, in der älteren Literatur wird eher Gleichgültigkeit als Furcht beschrieben

Leitsymptome

Taumelnder, unsicherer Gang — das Kennzeichen der Vergiftung, das dem Mittel seinen Namen gab und in der älteren Materia medica beschrieben wird
Schwäche und Kraftlosigkeit der Glieder, ohne Rubrikbeleg in der vorliegenden Datenbasis
Benommenheit und Betäubungsgefühl im Kopf, wie es die Prüfungsberichte nennen
in der vorliegenden Datenbasis sind ausschließlich Gemütsrubriken verzeichnet
Verschlechterung
  • keine gesicherten Verschlechterungsmodalitäten überliefert
  • in der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • durch Bewegung im Freien, entsprechend dem beschriebenen Wandertrieb
  • weitere Besserungsmodalitäten sind nicht belastbar überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen ins Freie, fortzugehen
Abneigung
  • keine charakteristischen Abneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit Antriebsverlust und fehlendem Ehrgeiz, in Repertorien Aragallus zugeordnetruheloses Verlangen umherzuwandernBenommenheit mit unsicherem Gang, wie sie die ältere Materia medica beschreibt

Abgrenzung

Das Verlangen fortzugehen teilt Aragallus mit Tuberculinum, das jedoch die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden, die Sehnsucht nach Ferne und ein breites körperliches Bild mitbringt; auch Calcarea phosphorica ist dort geführt, dort mit Unzufriedenheit und Wachstumsbeschwerden. Beim Mangel an Ehrgeiz sind Acidum phosphoricum mit Erschöpfung nach Kummer und Sepia mit Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen die ausgearbeiteten Mittel. Aragallus ist ein Randmittel mit sehr schmaler Datenbasis, das durch die Verbindung von Wandertrieb und erlahmtem Willen kenntlich wird.

Verwandte Mittel

TuberculinumAcidum phosphoricumSepiaCalcarea phosphoricaGelsemium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.