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Materia medica · Nr. 30

Aralia racemosa

Aral.

In 186 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aralia racemosa, die amerikanische Narde, ist in der Materia medica das Mittel des Hustens, der beim Hinlegen beginnt. Kennzeichnend ist der Zeitpunkt: Der Kranke schläft zunächst ein und erwacht nach dem ersten Schlaf, meist vor Mitternacht, durch einen trockenen Reizhusten mit Kitzeln im Kehlkopf und Beklemmung auf der Brust, der ihn zum Aufsitzen zwingt. Als zweiter Schwerpunkt sind Fließschnupfen mit wundmachender Absonderung und übelriechender weißlicher Ausfluss verzeichnet.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben sind kälteempfindliche Menschen mit Neigung zu Katarrhen der Atemwege.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Ungeduld. Beschrieben wird eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit mit rascher Frostigkeit. Die nächtlichen Hustenanfälle prägen die Verfassung: unausgeschlafen, angespannt, mit dem Widerwillen, sich überhaupt hinzulegen.

Gemütsbild

UngeduldAngespanntheit durch den gestörten NachtschlafScheu vor dem Hinlegen, weil der Husten dann einsetzt

Das Gemütsbild ist bei Aralia racemosa nur schwach ausgewiesen; verzeichnet ist im mittleren Grad die Ungeduld. Die klassische Materia medica beschreibt kein eigenständiges seelisches Bild, sondern eine Verfassung, die sich aus dem Beschwerdeverlauf ergibt: Der Kranke legt sich hin, schläft ein und wird kurz darauf durch Husten und Atemnot geweckt. Die Wiederholung dieser Nächte macht angespannt und ungeduldig und lässt die Aussicht auf das Zubettgehen zur Last werden. Auffällig ist im Kontrast dazu die Rubrik einer behaglichen Empfindung, die in den Sinnesrubriken verzeichnet ist. Weitergehende Aussagen über das Gemüt wären nicht belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, Beklemmung durch die nächtliche Atemnot

Leitsymptome

Trockener Husten, der beim Hinlegen einsetzt und nach dem ersten Schlaf erwachen lässt; in den Repertorien im hohen Grad verzeichnet, vor Mitternacht
Kitzeln im Kehlkopf als Auslöser des Hustens; wundes, rohes Gefühl in der Luftröhre
Erschwerte Atmung mit Beklemmung, Gefühl einer Last auf der Brust; schluchzende Atemzüge
Fließschnupfen mit wundmachender Absonderung, später dick und gelblich; rohes Gefühl im hinteren Nasenraum, Beteiligung der Nasenmuscheln
Weißlicher Ausfluss, im höchsten Grad verzeichnet, übelriechend
Schweiß während des Schlafs
Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit, leichtes Frösteln, geringe Eigenwärme
Verschlimmerung, wenn Schleim sich in der Brust ansammelt; Husten beim Erwachen
Verschlechterung
  • Hinlegen, besonders abends
  • Nach dem ersten Schlaf, vor Mitternacht
  • Erkältung und Zugluft
  • Vormittags; beim Singen und beim Blick zur Seite
  • Schleimansammlung in der Brust
Verbesserung
  • Wärme und warmes Zudecken
  • Aufrechtes Sitzen
  • Abhusten des Schleims
  • Vermeiden von Zugluft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei trockenem Husten, der nach dem ersten Schlaf erwachen lässt, im hohen Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu asthmatischer Atemnot beim HinlegenBei Fließschnupfen mit wundmachender Absonderung verzeichnetBei übelriechendem weißlichem Ausfluss im höchsten Grad genanntBei Kitzelhusten aus dem Kehlkopf aufgeführtBei Schweiß während des Schlafs verzeichnet

Abgrenzung

Allium cepa teilt den wundmachenden Nasenfluss mit milder Augenabsonderung, ohne den nächtlichen Husten nach dem ersten Schlaf. Sambucus zeigt ebenfalls nächtliche Atemnot, dort mit plötzlichem Erwachen und Erstickungsgefühl bei trockener Nase. Lachesis verschlimmert sich gleichfalls nach dem Schlaf, mit Empfindlichkeit gegen alles Enge am Hals. Drosera und Spongia stehen bei nächtlichem Reizhusten mit Kitzeln. Für Aralia spricht die feste zeitliche Bindung an den ersten Schlaf, die Besserung durch Wärme und der übelriechende Ausfluss.

Verwandte Mittel

Allium cepaSambucus nigraLachesisDroseraSpongiaSinapis nigra

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.