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Materia medica · Nr. 727

Bacillinum burnett

Bac.

In 196 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Bacillinum Burnett ist eine Nosode, die aus tuberkulösem Lungenmaterial bereitet wurde und von dem englischen Arzt James Compton Burnett in die Praxis eingeführt worden ist. Die Literatur ordnet sie der tuberkulinischen Belastung zu: Menschen mit ständig wiederkehrenden Katarrhen, verzögerter Entwicklung im Kindesalter, verhärteten Drüsen und einer Haut, die zu hartnäckigen Ausschlägen neigt. Als eigentümliches Zeichen führen die Repertorien die Furcht vor Hunden auf.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden schmale, blasse Kinder und Erwachsene mit schwachem Gewebe und verzögerter körperlicher Entwicklung; in den Repertorien ist die langsame Entwicklung eigens verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken zeichnen ein reizbares, mürrisches und rasch verstimmtes Wesen mit Neigung zum Rückzug: Der Kranke will nicht gestört werden, ist verschlossen und still. Dazu tritt nächtliche Ruhelosigkeit. Die Literatur beschreibt einen häufigen Wechsel der Beschwerden und der Stimmungslage, verbunden mit einem Verlangen nach frischer Luft.

Gemütsbild

Reizbarkeit und mürrische VerstimmungAbneigung dagegen, gestört zu werden; verschlossenes, stilles WesenNächtliche RuhelosigkeitFurcht vor HundenFurcht vor KrebsNiedergeschlagenheit und gedrückte Stimmung

Die Gemütsrubriken sind zahlreich, aber durchweg im niedrigsten Grad verzeichnet; sie sind daher als Hinweise, nicht als Kernzeichen zu lesen. Im Vordergrund steht ein reizbares, mürrisches und verschlossenes Wesen, das jede Störung ablehnt und lieber für sich bleibt. Zwei Ängste sind eigens aufgeführt: die Furcht vor Hunden, die in der Literatur als Eigenheit dieser Nosode gilt, und die Furcht vor Krebs. Hinzu treten Niedergeschlagenheit und eine nächtliche Ruhelosigkeit, die sich im Sprechen und Weinen während des Schlafes fortsetzt. Auch schwere Zustände geistiger Umnachtung sind in den Rubriken vermerkt. Die Literatur beschreibt insgesamt eine wechselhafte, schwer festzulegende Verfassung, in der die Beschwerden von einem Bereich zum anderen springen.

Ängste: Furcht vor Hunden, Furcht vor Krebs, Ängstliche Unruhe in der Nacht

Leitsymptome

Ausgeprägte Neigung, sich zu erkälten; wiederkehrende Katarrhe der Atemwege mit erschwerter Atmung und leicht lösbarem, dickem Auswurf
Verhärtungen und Schwellungen der Drüsen, besonders in der Leistengegend; in den Rubriken auch die Beteiligung der Gekrösedrüsen verzeichnet
Verzögerte Entwicklung bei Kindern mit allgemeiner Schwäche und fehlendem Appetit
Aufgetriebener, harter Bauch mit Blähung, Milzschwellung und nächtlicher Unruhe im Leib
Ekzem an den Augenlidern; träge, entzündete Pickel im Gesicht
Entzündliche Knieveränderungen, in den Repertorien ausdrücklich der tuberkulösen Form zugeordnet; Schmerz beim Beginn des Gehens, der bei fortgesetztem Gehen nachlässt
Lungenschwindsucht in den klinischen Rubriken aufgeführt; Erbrechen beim Husten
Fliegende Hitze; bläuliche Verfärbung der Hände, zitternde Hände bei Kopfschmerz; anhaltendes Fieber mit Bauchbeteiligung
Verschlechterung
  • Kalte, feuchte Witterung und Witterungswechsel
  • Nachts, Unruhe und Bauchbeschwerden
  • Zu Beginn des Gehens, der Knieschmerz
  • Aufenthalt in geschlossenen Räumen
Verbesserung
  • Frische, offene Luft, in den Rubriken als Verlangen verzeichnet
  • Fortgesetztes Gehen, beim Knieschmerz
  • Wärme und Schutz vor Zugluft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Frische, offene Luft
Abneigung
  • Fehlender Appetit, Widerwille gegen Essen
  • Weitere Speiseabneigungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

Klassisch zugeordnet zu wiederkehrenden Katarrhen der Atemwege mit ausgeprägter ErkältungsneigungIn Repertorien bei Drüsenverhärtungen und Drüsenschwellungen aufgeführtBei verzögerter Entwicklung von Kindern verzeichnetBei hartnäckigen Hautausschlägen, unter anderem Ekzem der Augenlider, genanntBei entzündlichen Knieveränderungen aufgeführtBei aufgetriebenem, hartem Bauch mit Drüsenbeteiligung verzeichnet

Abgrenzung

Tuberculinum steht demselben Krankheitshintergrund nahe, zeigt jedoch stärker die rastlose Reiselust, das Verlangen nach Veränderung und die ausgeprägte Reizbarkeit gegenüber Angehörigen. Calcarea carbonica und Calcarea phosphorica teilen die verzögerte Entwicklung und die Drüsenneigung, ohne den raschen Wechsel der Beschwerden. Silicea teilt die Eiterungsneigung und die Zugempfindlichkeit. Für Bacillinum spricht die Verbindung von wechselnden, wiederkehrenden Katarrhen, hartnäckigen Hautausschlägen und der eigens verzeichneten Furcht vor Hunden.

Verwandte Mittel

TuberculinumCalcarea carbonicaCalcarea phosphoricaSiliceaSulphurPsorinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.