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Materia medica · Nr. 794

Bismuthum Oxidum

Bism-ox.

In 1.070 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Bismuthum oxidum, das Wismutoxid, ist in der Materia medica das große Magenmittel der heftigen, krampfartigen Schmerzen mit Erbrechen. Kennzeichnend ist, dass das Getrunkene sofort wieder erbrochen wird, sobald es den Magen erreicht, oft in großer Menge und nach längerer Ansammlung. Ebenso kennzeichnend ist ein Zug im Gemüt: Der Kranke erträgt das Alleinsein nicht, sucht die Nähe anderer und will die Hand gehalten bekommen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden geschwächte Menschen mit blassem Gesicht und langwierigen Magenbeschwerden.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken führen Angst, Ruhelosigkeit und das Verlangen nach Gesellschaft in hohem Grad auf; die Unruhe treibt den Kranken aus dem Bett. Beschrieben wird eine ängstlich getriebene Verfassung, die im Schmerz keine Ruhe findet und nach Beistand verlangt.

Gemütsbild

Verlangen nach Gesellschaft, Unerträglichkeit des AlleinseinsAngst, die mit dem Magenschmerz zunimmtRuhelosigkeit, die aus dem Bett treibtBedürfnis, festgehalten und begleitet zu werdenStöhnen und Jammern im Anfall

Das Gemütsbild ist bei diesem Mittel ungewöhnlich klar gezeichnet und für die Mittelwahl tragend. In hohem Grad stehen Angst, Ruhelosigkeit und das ausdrückliche Verlangen nach Gesellschaft; die Rubriken verzeichnen, dass die Unruhe den Kranken aus dem Bett treibt. Die klassische Materia medica beschreibt daraus ein anschauliches Bild: Der Kranke wandert umher, legt sich hin und steht gleich wieder auf, sucht die Nähe anderer Menschen und hält deren Hände fest; das Alleinsein steigert die Angst sofort. Anders als bei Mitteln, die im Schmerz Ruhe suchen, verstärkt hier jede Bewegung die Beschwerden, ohne dass die innere Unruhe nachließe. Zwischen den Anfällen wird der Zustand als erschöpft und niedergedrückt geschildert.

Ängste: Furcht vor dem Alleinsein, Angst im Magenanfall, mit Ohnmachtsneigung, Todesangst bei heftigen Schmerzen

Leitsymptome

Erbrechen unmittelbar nach dem Trinken, schon nach der kleinsten Menge; in den Repertorien in hohem Grad aufgeführt
Erbrechen von Speisen nach dem Essen, teils krampfartig und in großer Menge nach längerer Ansammlung
Heftiger, krampfartiger und zusammenschnürender Magenschmerz mit Ohnmachtsneigung; leeres Aufstoßen, Magenreizung und Verdauungsstörung
Übelkeit und Magenbeschwerden nach Bauchoperationen, ausdrücklich verzeichnet
Schmerzloser Durchfall; Stirnkopfschmerz, oft im Wechsel mit den Magenbeschwerden
Bohrende Schmerzen, innerliches Schweregefühl; drückende und reißende Knochenschmerzen
Verschlechterung
  • Bewegung
  • Nachmittags
  • Trinken, besonders warmer Getränke
  • Alleinsein
  • Nach Operationen im Bauchraum
Verbesserung
  • Kalte Getränke, ausdrücklich in hohem Grad verzeichnet
  • Gesellschaft und Zuspruch
  • Ruhige Lage, solange die Unruhe es zulässt
  • Zurückbeugen des Kopfes

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke, die als bessernd verzeichnet sind
  • Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Warme Speisen und warme Getränke
  • Speisen allgemein während der Magenbeschwerden

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfartigen Magenschmerzen mit Erbrechen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Erbrechen, das unmittelbar nach dem Trinken eintrittBei Übelkeit und Magenbeschwerden nach Bauchoperationen verzeichnetBei schmerzlosem Durchfall genanntBei Stirnkopfschmerz im Wechsel mit Magenbeschwerden beschriebenIn der Literatur bei fortgeschrittenen Magenerkrankungen als Begleitmittel erwähnt

Abgrenzung

Arsenicum album teilt Angst, Ruhelosigkeit und die Unerträglichkeit des Alleinseins, verlangt jedoch Wärme, trinkt häufig kleine Schlucke und verschlimmert sich nach Mitternacht; Bismuthum bessert sich durch kalte Getränke. Phosphorus erbricht ebenfalls, sobald das Wasser im Magen warm geworden ist, und sucht Gesellschaft, zeigt aber die kennzeichnende Erschöpfung und Blutungsneigung. Kreosotum steht bei Erbrechen von Speisen mehrere Stunden nach dem Essen. Cadmium sulphuricum wird bei heftigem Erbrechen nach Operationen genannt, mit kaltem Schweiß und äußerster Hinfälligkeit. Für Bismuthum spricht die Verbindung von sofortigem Erbrechen nach dem Trinken, Besserung durch kalte Getränke und dem Festhalten an der Hand anderer.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumPhosphorusKreosotumCadmium sulphuricumNux vomicaIpecacuanha

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.