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Materia medica · Nr. 897

Calculus renalis

Cal-ren.

Auch: Calcul-r.

In 14 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Calculus renalis ist die Zubereitung aus dem Nierenstein selbst und gehört damit zu den Mitteln, die aus krankhaft entstandenem körpereigenem Material bereitet werden. Ihr Bezugsfeld ist entsprechend eng umrissen: Die Repertorien führen sie bei Steinbildung in Blase und Niere, bei Harngrieß und Sand im Harn sowie bei Gicht und knotigen Veränderungen der Fingergelenke. Auch Zahnstein ist verzeichnet, was auf das gemeinsame Thema der Ablagerung verweist.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Beschrieben wird eine Neigung des Stoffwechsels zur Ablagerung und Steinbildung, unabhängig vom übrigen Erscheinungsbild.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegt in der Literatur nichts Belastbares vor. Das Mittel wird über den Befund und die Neigung zur Ablagerung bestimmt, nicht über Charakterzüge.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertUnruhe während der KolikenVerschreibung erfolgt nach dem Harnbefund

Für Calculus renalis sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel wurde nicht durch eine umfassende Prüfung am Gesunden erschlossen, sondern über den Bezug zum Ausgangsmaterial; die Literatur beschreibt daher fast ausschließlich Harnwege und Stoffwechsel. Was sich mittelbar erschließen lässt, ist die Unruhe, die eine Nierenkolik begleitet: Betroffene können nicht stillliegen und wechseln fortwährend die Lage. Ein Charakterbild im Sinne der geprüften Konstitutionsmittel liegt nicht vor. Für eine Verschreibung nach Gemütssymptomen ist die Grundlage zu schmal.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Steinbildung in der Blase, in den Repertorien ausdrücklich verzeichnet
Sand und Grieß im Harn, kleine Konkremente im Bodensatz
Bodensatz im Harn, der auf Nierensteine hinweist
Gichtische Beschwerden
Knotige Verdickungen der Fingergelenke
Zahnstein, in den Repertorien als eigener Eintrag geführt
Verschlechterung
  • Bewegung und Erschütterung während der Steinwanderung
  • Geringe Trinkmenge
Verbesserung
  • Reichliches Trinken und Wasserlassen
  • Wärme örtlich, ruhige Lage nach der Kolik

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Neigung zu Nieren- und BlasensteinenSand und Grieß im HarnGichtKnotige Veränderungen der FingergelenkeZahnsteinbildung

Abgrenzung

Berberis vulgaris ist bei Nierenkolik das meistgenannte Mittel und durch den strahlenden Schmerz aus der Nierengegend und den ziegelmehlfarbenen Bodensatz gekennzeichnet. Lycopodium clavatum zeigt roten Sand im Harn und rechtsseitige Beschwerden, Sarsaparilla den Schmerz am Ende des Wasserlassens. Bei Gicht mit Gelenkknoten werden klassisch Ledum palustre, Colchicum autumnale und Acidum benzoicum genannt. Calculus renalis wird vor allem dort erwogen, wo die Neigung zur Steinbildung selbst im Vordergrund steht.

Verwandte Mittel

Berberis vulgarisLycopodium clavatumSarsaparillaLedum palustreAcidum benzoicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.