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Materia medica · Nr. 918

Calcarea hypophosphorosa

Calc-hp.

In 35 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Calcarea hypophosphorosa, das unterphosphorigsaure Kalksalz, gehört zu den Kalkmitteln mit ausgeprägt zehrendem Zug. Die Repertorien führen es mit hohem Grad bei hektischem Fieber, bei Eiterung der Drüsen und bei Knochenprozessen mit Fistelbildung auf. Auffällig und stark gewichtet ist das Aufschreien im Schlaf. Das Bild ist das eines geschwächten, in der Auszehrung befindlichen Menschen.

Konstitution

KörperbauMager, abgezehrt, mit schlecht genährtem Knochenbau; beschrieben werden vor allem Kinder und junge Menschen mit anhaltender Zehrung und geschwollenen Drüsen.
Thermalitätfrostig
TemperamentReizbare Schwäche bestimmt das Bild: Der Kranke ist erschöpft, dabei überempfindlich und schreckhaft. Die stark gewichtete Rubrik des Aufschreiens im Schlaf zeigt einen unruhigen, nicht erholsamen Nachtschlaf. Bei Drehbewegungen des Kopfes verschlimmern sich die Beschwerden auffallend.

Gemütsbild

Lautes Aufschreien im Schlaf, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführtReizbare Schwäche und ÜberempfindlichkeitErschöpfung mit nächtlicher UnruheSchreckhaftigkeit bei geschwächter Konstitution

Das seelische Bild von Calcarea hypophosphorosa erschließt sich vor allem über den Schlaf. Die Rubrik des Aufschreiens, Kreischens und Rufens während des Schlafes ist mit dem höchsten Grad verzeichnet und weist auf einen Nachtschlaf hin, der keine Erholung bringt: Der Kranke fährt auf, schreit, ohne wach zu werden, und ist am Morgen zerschlagen. Tagsüber überwiegt eine reizbare Schwäche, wie sie zehrende Fieberzustände mit sich bringen — wenig Kraft, wenig Geduld, große Empfindlichkeit gegen Störungen. Ein darüber hinausgehendes Gemütsbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel wird nach dem Fieberverlauf, dem Drüsen- und Knochenbefund zugeordnet.

Ängste: Nächtliche Unruhe und Schreckhaftigkeit im Schlaf, Beklommenheit bei anhaltender Zehrung und Kraftlosigkeit

Leitsymptome

Hektisches, zehrendes Fieber, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführt
Aufschreien und Rufen während des Schlafes, ebenfalls höchstgradig verzeichnet
Eiterung der Drüsen
Knochenprozesse mit Empfindung wie von einer Fistel, klassisch der Knochentuberkulose zugeordnet
Verschlimmerung beim Drehen des Kopfes, in den Modalitätenrubriken hervorgehoben
Zitternde Zunge
Nächtlicher Schweiß bei zehrendem Fieber
Verschlechterung
  • Drehen und Wenden des Kopfes, in den Rubriken mit hohem Grad verzeichnet
  • Nachts, mit Fieber, Schweiß und Aufschreien
  • Anstrengung, die sofort erschöpft
  • Kälte und feuchtes Wetter, wie bei den Kalkmitteln allgemein beschrieben
Verbesserung
  • Ruhe und gleichmäßige Wärme
  • Ungestörtes Liegen ohne Kopfbewegung
  • Trockenes Wetter

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Abneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Zehrende, hektische Fieberzustände, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtEiternde DrüsenprozesseKnochenerkrankungen mit Fistelbildung, klassisch der Knochentuberkulose zugeordnetUnruhiger Schlaf mit AufschreienAnhaltende Erschöpfung mit NachtschweißenAsthmatische Beschwerden bei geschwächter Konstitution

Abgrenzung

Calcarea phosphorica steht dem Mittel am nächsten und wird der verzögerten Knochenentwicklung, den Wachstumsbeschwerden und der Schwäche schlanker, rasch wachsender Kinder zugeordnet, ohne die ausgeprägte Eiterungs- und Fistelneigung. Silicea ist das große Mittel der langsamen, kalten Fistel und der nicht ausheilenden Eiterung. Tuberculinum und Calcarea carbonica decken die zehrende Konstitution ebenfalls ab, Ersteres mit Wanderlust und Unruhe, Letzteres mit Fülle und Kopfschweißen. Calcarea hypophosphorosa tritt dort ins Blickfeld, wo hektisches Fieber, Drüseneiterung und Knochenbeteiligung zusammentreffen.

Verwandte Mittel

Calcarea phosphoricaSiliceaTuberculinumCalcarea carbonicaHepar sulphuris calcareum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.