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Materia medica · Nr. 1054

Cereus serpentinus

Cere-s.

In 41 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cereus serpentinus, der Schlangenkaktus, gehört wie Cactus grandiflorus zu den nachtblühenden Kakteen und wird in der Materia medica vor allem als Herzmittel geführt. Kennzeichnend sind Herzschmerzen bei Anstrengung, plötzlich aufschießender Zorn und eine ausgeprägte Kälte- und Schwächeneigung im Bereich der männlichen Genitalien. Das Mittel ist klein geprüft; das Bild bleibt umrissen.

Konstitution

KörperbauEin eigenes Konstitutionsbild ist nicht ausgearbeitet. Die Rubriken deuten auf Menschen mit belastbarkeitsgeminderten Kreislaufverhältnissen, bei denen körperliche Anstrengung rasch am Herzen spürbar wird.
Thermalitätfrostig
TemperamentDer einzige deutliche Gemütszug des Mittels ist ein plötzlich aufbrechender Zorn. Die Literatur beschreibt daraus einen sonst eher zurückgenommenen Menschen, bei dem der Ärger unvermittelt und ohne Ankündigung hervorbricht. Auffällig ist die durchgehende Kälteneigung, die sich auch örtlich an den Hoden zeigt.

Gemütsbild

Plötzlicher, unvermittelt aufschießender ZornInnere Anspannung ohne breit ausgearbeitetes GemütsbildKälteempfinden als durchgehender Zug

Das Gemütsbild von Cereus serpentinus ist knapp. Das Repertorium führt im Wesentlichen eine Angabe: Zorn, der plötzlich kommt. Damit steht das Mittel in der Nähe der Kakteen insgesamt, deren Bilder von Beengung und plötzlichem Zusammenziehen geprägt sind, hier aber nicht in der Ausführlichkeit von Cactus grandiflorus vorliegen. Die klassische Literatur beschreibt Cereus serpentinus überwiegend über die Herz- und Genitalsymptome und behandelt es als kleines, wenig durchgeprüftes Mittel der Kaktus-Familie. Wer es erwägt, geht in der Regel vom körperlichen Bild aus - insbesondere von der Verbindung aus Herzbeschwerden bei Anstrengung und nächtlichem Einnässen. Weitergehende Gemütsangaben liegen nicht vor und werden hier nicht ergänzt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste im Repertorium verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Herzschmerz, der bei körperlicher Anstrengung auftritt oder sich dabei verstärkt - der klarste Zug des Mittels
Reichlicher Schleim im Hals, die am höchsten bewertete Angabe
Unwillkürlicher Harnabgang nachts im Bett, ausdrücklich als krampfhaftes Einnässen geführt
Kälte der Hoden, Hodenschwund, Hodenschmerz nachts
Fehlende Erektionen
Schmerz in Hand und Oberarm, zum Ellbogen ziehend, beim Schreiben schlimmer; Nasenbluten
Verschlechterung
  • Körperliche Anstrengung (Herzbeschwerden)
  • Nachts (Hodenschmerz, Einnässen)
  • Beim Schreiben (Arm- und Handschmerz)
Verbesserung
  • Ruhe, entsprechend der Verschlechterung durch Anstrengung
  • Weitere Besserungen sind im vorliegenden Datenbestand nicht verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen im Repertorium verzeichnet
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen im Repertorium verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Herzbeschwerden mit Schmerz bei AnstrengungNächtliches Einnässen mit krampfhaftem CharakterKälte und Schwächezustände der HodenFehlende ErektionenReichliche Schleimbildung im HalsSchreibbedingte Arm- und Handschmerzen

Abgrenzung

Cactus grandiflorus, ebenfalls ein nachtblühender Kaktus, ist das weitaus besser geprüfte Herzmittel der Familie und tritt mit dem bekannten Gefühl eines eisernen Bandes um die Brust hervor; Cereus serpentinus bleibt demgegenüber deutlich unschärfer und wird eher über die Verbindung von Herz- und Genitalsymptomen erschlossen. Cereus bonplandii ist der nächste Verwandte innerhalb der Gattung. Bei Herzschmerz durch Anstrengung sind zusätzlich Digitalis purpurea und Arnica montana zu vergleichen.

Verwandte Mittel

Cactus grandiflorusCereus bonplandiiDigitalis purpureaArnica montanaKalium carbonicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.