HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1158

Cistus canadensis

Cist.

In 1.077 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cistus canadensis, das kanadische Ziströsschen, ist in der Materia medica das Mittel der ausgeprägten Kälteempfindlichkeit und der chronischen Drüsenleiden. Kennzeichnend ist eine Empfindlichkeit gegen die geringste kalte Luft und ein Gefühl umschriebener Kälte an einzelnen Stellen, etwa in der Nase, im Bauch, im Magen oder auf dem Kopf, oft mit dem Eindruck, als wehe dort ein Luftzug. Dazu treten harte, geschwollene Halsdrüsen, blutendes, sich zurückziehendes Zahnfleisch und aufgesprungene, rissige Hände.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden Menschen mit Drüsenanlage, vergrößerten Halslymphknoten und trockener, zu Rissen neigender Haut; häufig blass und wenig widerstandsfähig.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben den Mangel an Lebenswärme und die Empfindlichkeit gegen kalte Luft in hohem Grad hervor. Beschrieben wird eine empfindliche, leicht ermüdende Verfassung, die auf geistige Anstrengung mit Verschlechterung antwortet und Wärme sucht.

Gemütsbild

Empfindlichkeit gegenüber geistiger AnstrengungReizbarkeit bei ErschöpfungRückzugsneigung durch die KälteempfindlichkeitSorge um den langwierigen Verlauf des Drüsenleidens

Zum Gemüt liegen in den vorliegenden Rubriken keine eigenen Einträge vor; das Bild dieses Mittels ist überwiegend körperlich ausgearbeitet. Die klassische Literatur nennt eine Verschlimmerung des Befindens durch geistige Anstrengung sowie eine gereizte, mürrische Stimmung, wie sie bei langwierigen Drüsen- und Knochenleiden häufig beschrieben wird. Kennzeichnend ist, dass die Kranken sich vor Kälte und Zugluft schützen und deshalb Aufenthalte im Freien meiden. Ein eigenständiges seelisches Bild ist in der Materia medica zu Cistus nicht ausgearbeitet, weshalb sich die Mittelwahl vor allem auf die Kälteempfindlichkeit, die Drüsenzeichen und den Zustand von Zahnfleisch und Haut stützt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Ausgeprägte Empfindlichkeit gegen kalte Luft; schon geringe Kälte verschlimmert, in den Repertorien in hohem Grad verzeichnet, dazu Mangel an Lebenswärme und allgemeines Frösteln
Gefühl umschriebener Kälte an einzelnen Stellen: innerlich in der Nase, im Bauch, in der Magengegend und auf der Kopfhaut; dazu die Empfindung, als wehe ein Wind oder Luftzug auf einzelne Körperteile
Schwellung der Halsdrüsen und der Ohrspeicheldrüse, allgemeine Drüsenschwellung mit Neigung zur Verhärtung
Blutendes Zahnfleisch, das sich von den Zähnen löst
Aufgesprungene, rissige Hände und Finger, auch in den Handflächen; eiternde Nagelbettentzündung; Eiterungsvorgänge an den Knochen
Trockenheit im Hals, im hinteren Nasenraum und innerlich allgemein; die Nase ist gegen eingeatmete Luft empfindlich; Verhärtung der Brustdrüse und eingeklemmte Blähungen
Verschlechterung
  • Kalte Luft und Zugluft, schon in geringem Maß
  • Entblößen einzelner Körperstellen
  • Geistige Anstrengung
  • Kalte Waschungen
  • Winterliche Witterung
Verbesserung
  • Wärme und warmes Zudecken
  • Geschützter, gleichmäßig warmer Aufenthalt
  • Essen
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei chronischer Schwellung der Halsdrüsen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ausgeprägter Empfindlichkeit gegen kalte Luft mit umschriebenen KälteempfindungenBei blutendem, sich zurückziehendem Zahnfleisch verzeichnetBei aufgesprungenen, rissigen Händen und Nagelbettentzündung genanntBei Trockenheit von Nase und Rachen mit Empfindlichkeit gegen eingeatmete Luft aufgeführtIn der Literatur bei langwierigen Drüsen- und Knochenleiden beschrieben

Abgrenzung

Silicea teilt die Frostigkeit, die Drüsenneigung und die Eiterungsvorgänge, zeigt aber Fußschweiß, mangelnde Durchsetzungskraft und Besserung durch Einhüllen des Kopfes. Hepar sulfuris ist ebenfalls ausgeprägt kälteempfindlich und reizbar, mit äußerster Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Stellen. Calcarea carbonica steht bei Drüsenschwellung mit Kälte von Kopf und Füßen, mit Schweiß und träger Verdauung. Mercurius solubilis teilt Zahnfleischbluten und Drüsenschwellung, jedoch mit Speichelfluss und Empfindlichkeit gegen Wärme wie Kälte. Für Cistus spricht die Verbindung von äußerster Kälteempfindlichkeit, umschriebenen Kältegefühlen und dem Empfinden eines Luftzugs auf einzelnen Körperteilen.

Verwandte Mittel

SiliceaHepar sulfurisCalcarea carbonicaMercurius solubilisCarbo animalisKalium carbonicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.