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Materia medica · Nr. 1225

Coniinum bromatum

Conin-br.

Auch: Con-br.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Coniinum bromatum ist das Bromsalz des Coniins, jenes Alkaloids, das dem Gefleckten Schierling seine lähmende Wirkung gibt. In den Repertorien tritt es mit einem kleinen, aber in sich stimmigen Bild auf: Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit im Gemüt, ein leeres, hohles Gefühl im Kopf und Trägheit des Mastdarms. Diese drei Zeichen liegen auf einer Linie, die man als Verlangsamung und Erschlaffung von Nerven und glatter Muskulatur beschreiben kann, wie sie auch für die Muttersubstanz Conium maculatum kennzeichnend ist.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Conium maculatum wird dem alternden, schwerfällig gewordenen Menschen zugeordnet; für das Bromsalz ist ein eigenes konstitutionelles Bild nicht überliefert.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Gemütsrubrik der Gleichgültigkeit ist der einzige seelische Anhaltspunkt, den die Datenbasis bietet, und sie ist die kennzeichnendste Angabe des Mittels überhaupt. Beschrieben wird ein Zustand von Teilnahmslosigkeit und Apathie: Der Betroffene bringt keine Anteilnahme mehr auf, weder für die Umgebung noch für die eigene Lage. Das fügt sich zu dem leeren Kopfgefühl und der Trägheit des Darms zu einem Bild allgemein herabgesetzter Ansprechbarkeit.

Gemütsbild

Gleichgültigkeit, in den Gemütsrubriken als eigener Eintrag geführtTeilnahmslosigkeit und Apathie, in der Rubrikenkette eigens aufgeschlüsseltLeeres, hohles Gefühl im Kopf als begleitendes ZeichenAllgemein herabgesetzte Ansprechbarkeit

Der einzige Gemütseintrag von Coniinum bromatum betrifft die Gleichgültigkeit und wird in der Rubrikenkette bis zur Apathie weitergeführt. Damit ist das Wenige, was die Datenbasis über das Gemüt sagt, zugleich das Kennzeichnendste am Mittel. Beschrieben wird kein Kummer und keine Traurigkeit, sondern ein Nachlassen der Anteilnahme überhaupt: Es fehlt der Antrieb, sich mit etwas zu befassen. Das leere Kopfgefühl, das in den Kopfrubriken eigens verzeichnet ist, gehört zu diesem Zustand und ist als Empfindung der Hohlheit und Unausgefülltheit beschrieben. Über weitergehende seelische Züge ist nichts Belastbares überliefert; das Bild von Conium maculatum mit seiner Verbitterung und dem Rückzug nach Enthaltsamkeit sollte nicht ohne Weiteres übertragen werden.

Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, Die überlieferte Gemütslage ist eher Gleichgültigkeit als Furcht

Leitsymptome

Leeres, hohles Gefühl im Kopf, in den Kopfrubriken über eine eigene Kette bis zur Hohlheitsempfindung aufgegliedert
Trägheit des Mastdarms, mangelnder Stuhldrang trotz gefülltem Darm
Gleichgültigkeit und Apathie als körperlich spürbare Antriebslosigkeit
Schwerfälligkeit der Bewegungen, entsprechend der lähmenden Wirkung des Alkaloids
Schwäche, die von unten nach oben fortschreitet, wie für die Schierlingsmittel beschrieben
Verschlechterung
  • Geistige Anstrengung, bei der das leere Kopfgefühl deutlicher wird
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Modalitäten verzeichnet
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Die für Conium maculatum beschriebene Besserung durch Bewegung ist auf das Bromsalz nicht übertragen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Zur Gleichgültigkeit passt eher ein Nachlassen des Appetits als ein ausgeprägtes Verlangen, doch ist das nicht durch Rubriken belegt
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Belegt ist nur eine Abneigung im übertragenen Sinn: die Teilnahmslosigkeit gegenüber der Umgebung

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände von Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit, in Repertorien als Schwerpunkt dieses Mittels aufgeführtLeeres, hohles Gefühl im KopfTrägheit des Mastdarms mit fehlendem StuhldrangAntriebslosigkeit mit herabgesetzter AnsprechbarkeitErschöpfungszustände mit Schwerfälligkeit

Abgrenzung

Conium maculatum, die Muttersubstanz, ist das breit geprüfte Mittel mit Schwindel beim Umdrehen im Bett, aufsteigender Schwäche und Verhärtungen der Drüsen; das Bromsalz hat davon nur einen schmalen Ausschnitt behalten. Für die Verbindung von Gleichgültigkeit und Mastdarmträgheit sind Sepia officinalis, Phosphoricum acidum und Opium die naheliegenden Vergleichsmittel: Sepia mit der Gleichgültigkeit gegen die Angehörigen und dem Senkungsgefühl, Phosphoricum acidum mit der Apathie nach Kummer und Kräfteverlust, Opium mit der Unempfindlichkeit und dem völligen Fehlen des Stuhldrangs. Coniinum bromatum kommt nur dort in Betracht, wo die drei genannten Zeichen zusammentreffen.

Verwandte Mittel

Conium maculatumOpiumSepia officinalisPhosphoricum acidumAlumina

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.