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Materia medica · Nr. 1457

Ergotinum

Ergot.

In 11 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ergotinum ist die aus dem Mutterkorn gewonnene Wirkstoffzubereitung; das Mutterkorn selbst ist als Secale cornutum eines der bekannten homöopathischen Mittel. Ergotinum folgt dessen Bild in verkürzter Form: verzeichnet sind Blutungsneigung, Absterben von Gewebe an den Körperenden, Kreislaufschwäche und eine Schwäche des Schließmuskels mit unwillkürlichem Stuhlabgang. Die Zuordnungen sind toxikologisch geprägt.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Beschrieben werden geschwächte Menschen mit schlechter Durchblutung der Körperenden und erschlaffter Gewebespannung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin eigenständiges Temperamentsbild ist für diese Zubereitung nicht überliefert. Die Angaben beziehen sich auf Kreislauf, Gewebe und Schließmuskeln. Wer das Mittel erwägt, geht von diesen körperlichen Zeichen aus.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertZuordnung über die Giftwirkung des MutterkornsBeschwerden stehen körperlich im Vordergrund

Zu Ergotinum liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Das Bild ist von der Toxikologie des Mutterkorns geprägt: Die Alkaloide verengen die Blutgefäße, was historisch zu den schweren Vergiftungen mit Absterben der Gliedmaßen geführt hat, und sie wirken auf die glatte Muskulatur. Das breit geprüfte Secale cornutum trägt diese Züge in ausgearbeiteter Form, einschließlich der bezeichnenden Verschlechterung durch Wärme trotz eisiger Kälte der Glieder. Für Ergotinum selbst ist ein Gemütsbild nicht überliefert, und eine Übertragung wäre nicht belegt.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Absterben von Gewebe an Fingern und Zehen, in den Hautrubriken als Brand geführt
Blutungsneigung, in den klinischen Rubriken verzeichnet
Kreislaufschwäche bis zum Versagen der Herzkraft
Schwäche des Schließmuskels mit unwillkürlichem Stuhlabgang
Allergische Reaktionsbereitschaft, klinisch zugeordnet
Verschlechterung
  • Wärme und Zudecken, wie es für das Mutterkornbild kennzeichnend beschrieben wird
  • Anstrengung, bei der die Kreislaufschwäche hervortritt
Verbesserung
  • Kühle und Aufdecken, dem Mutterkornbild entsprechend
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchblutungsstörungen der Körperenden mit Gewebsuntergang, klassisch zugeordnetBlutungsneigungKreislaufschwächeUnwillkürlicher Stuhlabgang bei SchließmuskelschwächeAllergische Zustände

Abgrenzung

Secale cornutum ist das breit geprüfte Hauptmittel derselben Herkunft und durch die eisige Kälte der Glieder bei gleichzeitiger Verschlechterung durch Wärme, durch dunkle, dünnflüssige Blutungen und die Abmagerung trotz guten Appetits gekennzeichnet; Ergotinum folgt diesem Bild, ist aber weit schmaler belegt. Bei Gewebsuntergang durch Durchblutungsstörungen sind Arsenicum album mit brennenden Schmerzen und Wärmeverlangen sowie Carbo vegetabilis mit Kälte und Lufthunger die weiteren Vergleichsmittel. Zustände dieser Art gehören in ärztliche Behandlung.

Verwandte Mittel

Secale cornutumArsenicum albumCarbo vegetabilisCrotalus horridus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.