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Materia medica · Nr. 1499

Euphorbia corollata

Euph-c.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Euphorbia corollata, die Blühende Wolfsmilch, ist eine nordamerikanische Pflanze mit scharfem Milchsaft, die von den amerikanischen Homöopathen des 19. Jahrhunderts geprüft wurde. Ihr Bild ist auf den Magen-Darm-Kanal zusammengezogen und dort sehr deutlich: heftige Übelkeit mit Erbrechen, Magenentzündung, wässrige Durchfälle bis zum Bild der Brechruhr, dazu ein eigener Eintrag zur Seekrankheit. Die Rubriken zeichnen einen Zustand raschen Flüssigkeitsverlusts von oben und unten zugleich.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Das Mittel wird nach dem akuten Zustandsbild gewählt, nicht nach einem Körperbau.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Temperament liegen keine Rubriken vor. Die Prüfungsberichte beschreiben den Zustand während der Magen-Darm-Erscheinungen als Erschöpfung mit kaltem Schweiß, doch ist das eine Begleiterscheinung des heftigen Flüssigkeitsverlusts und kein Temperamentszug. Ein seelisches Arzneibild ist für Euphorbia corollata nicht ausgearbeitet worden.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetKein seelisches Arzneibild überliefertZuordnung ausschließlich über Magen- und Darmzeichen

Euphorbia corollata ist in OpenHomeopath nur mit Rubriken zu Magen und Mastdarm vertreten. Ein Gemütsbild fehlt, und auch die amerikanischen Prüfungsberichte beschränken sich auf den Verdauungskanal. Das Mittel gehört zu jenen Arzneien, die über ein scharf umrissenes akutes Bild in die Praxis fanden und nicht über ein konstitutionelles. Wenn die Berichte von Angst und Unruhe während der heftigen Anfälle sprechen, ist damit die Begleitreaktion auf den raschen Kräfteverlust gemeint. Die Wahl richtet sich nach Art und Abfolge von Erbrechen und Durchfall.

Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, Unruhe während der heftigen Anfälle wird als Begleiterscheinung beschrieben, nicht als eigenes Zeichen

Leitsymptome

Heftige Übelkeit, in den Magenrubriken als eigener Eintrag geführt
Seekrankheit, in der Rubrikenkette der Übelkeit eigens aufgeschlüsselt
Magenentzündung, in den Magenrubriken verzeichnet
Wässriger Durchfall, in den Mastdarmrubriken aufgeführt
Brechruhr, auch in der Form der kindlichen Brechruhr eigens verzeichnet
Gleichzeitiges Erbrechen und Durchfall mit raschem Kräfteverfall und kaltem Schweiß
Verschlechterung
  • Bewegung, besonders die schaukelnde Bewegung des Schiffs, entsprechend der Rubrik zur Seekrankheit
  • Sommerliche Hitze, wie sie für die Brechdurchfälle der Kinder beschrieben wird
  • Nach dem Essen und Trinken
Verbesserung
  • Ruhiges Liegen ohne Bewegung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungsmodalitäten verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Das für Veratrum album kennzeichnende Verlangen nach kaltem Wasser ist für Euphorbia corollata nicht belegt
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Bei der heftigen Übelkeit steht der Widerwille gegen jede Nahrung im Vordergrund, ohne dass eine bestimmte Speise genannt wäre

In Repertorien häufig zugeordnet

Heftige Übelkeit mit Erbrechen, in Repertorien als Schwerpunkt aufgeführtSeekrankheit, in den Magenrubriken eigens verzeichnetBrechdurchfall, auch in der kindlichen FormWässriger Durchfall mit raschem KräfteverlustMagenentzündung mit Brennen

Abgrenzung

Für den Brechdurchfall mit Erschöpfung und kaltem Schweiß sind Veratrum album, Arsenicum album und Camphora die klassisch zugeordneten und weit besser geprüften Mittel: Veratrum mit dem kalten Schweiß auf der Stirn und dem Verlangen nach kaltem Wasser, Arsenicum mit Unruhe, Brennen und Besserung durch warme Getränke. Für die Seekrankheit werden Cocculus indicus, Tabacum und Petroleum genannt, Cocculus mit Schwindel und Übelkeit beim Anblick bewegter Dinge, Tabacum mit Todesblässe und Besserung an frischer Luft. Euphorbia corollata tritt daneben nur dort ins Blickfeld, wo Magenentzündung und Seekrankheit im selben Bild stehen.

Verwandte Mittel

Veratrum albumArsenicum albumCocculus indicusTabacumCroton tiglium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.