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Materia medica · Nr. 1559

Ficus religiosa

Fic-r.

Auch: Fic.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ficus religiosa, der Pappelfeigenbaum oder Bodhi-Baum, ist in Indien der heilige Baum, unter dem Buddha die Erleuchtung fand. In die homöopathische Arzneimittellehre kam er über die indische Schule und gilt dort als ausgesprochenes Blutungsmittel: Die Literatur beschreibt Blutungen mit hellrotem Blut aus verschiedenen Organen. Die Datenbasis führt ihn folgerichtig bei zu starker und zu lange dauernder Regelblutung, bei Zwischenblutungen und allgemein bei Blutungen auf.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden geschwächte, blutarme Menschen, die durch wiederholte Blutverluste heruntergekommen sind; ein eigenes Konstitutionsbild im engeren Sinn wurde nicht ausgearbeitet.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentEin eigenes Temperamentsbild ist nicht überliefert; die Datenbasis enthält keine Gemütsrubriken. Die indische Literatur beschreibt Ficus religiosa als organbezogenes Blutungsmittel und weniger als Konstitutionsmittel. Was an seelischen Zügen genannt wird, betrifft die Folge der Blutverluste: Mattigkeit, Schwäche und ein Gefühl der Kraftlosigkeit.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetMattigkeit und Kraftlosigkeit als Folge wiederholter BlutverlusteKein ausgearbeitetes seelisches Bild überliefert

Ficus religiosa ist in der Literatur ein organbezogenes Blutungsmittel, kein durchgezeichnetes Gemütsmittel; die Datenbasis führt keine Gemütsrubrik. Was über das seelische Befinden gesagt wird, ergibt sich aus der Folge der Blutungen: Erschöpfung, Blässe und das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, wie es die Materia medica auch für andere Blutungsmittel beschreibt. Kennzeichnend ist die Beschreibung des Blutes selbst, das als hellrot und rasch fließend geschildert wird. Ein Gemütsbild zu ergänzen, das in den Quellen nicht steht, ist hier nicht angebracht.

Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Zwischenblutungen der Gebärmutter, in den Rubriken der weiblichen Geschlechtsorgane als Metrorrhagie geführt
Zu starke Regelblutung, als eigener Eintrag verzeichnet
Zu lange dauernde Regelblutung, ein weiterer eigener Eintrag
Blutungen allgemein, in den klinischen Rubriken als Schwerpunkt des Mittels geführt
Die Literatur beschreibt das Blut als hellrot, ohne Klumpen und rasch fließend
Schwäche und Blässe nach wiederholten Blutverlusten
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine Verschlechterungsmodalitäten verzeichnet
  • Die indische Literatur nennt körperliche Anstrengung im Zusammenhang mit dem Wiederauftreten von Blutungen
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Ruhe wird im Zusammenhang mit den Blutungen als bessernd beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Zu starke RegelblutungZu lange dauernde RegelblutungZwischenblutungen außerhalb der RegelBlutungen mit hellrotem Blut allgemeinErschöpfung nach wiederholten Blutverlusten

Abgrenzung

Millefolium teilt die Zuordnung zu hellroten, ungerinnbaren Blutungen und ist das am häufigsten damit verglichene Mittel. Ipecacuanha wird bei hellroten Blutungen mit anhaltender Übelkeit genannt, Phosphorus bei leicht auftretenden Blutungen aus verschiedenen Organen bei zarten, hochgeschossenen Menschen. Trillium pendulum und China officinalis stehen für Blutungen mit ausgeprägter Schwäche danach; China wird vor allem für die Folgen der Säfteverluste herangezogen. Ficus religiosa unterscheidet sich von diesen durch das schmale, ganz auf die Blutung gerichtete Bild ohne ausgearbeitetes Gemütsbild.

Verwandte Mittel

MillefoliumIpecacuanhaPhosphorusTrillium pendulumChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.