HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 155

Ginseng quinquefolium

Gins.

In 532 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ginseng quinquefolium, der amerikanische Ginseng, wird in der Materia medica vor allem bei rheumatischen Beschwerden des Rückens und der Lendengegend sowie bei Erschöpfungszuständen des höheren Alters beschrieben. Die stärksten Rubriken betreffen den Geschlechtsbereich: anhaltende, aber fruchtlose Erektionen und Samenverluste mit nachfolgender Schwäche. Charakteristisch ist außerdem ein plötzliches Gefühl wie ein Schlag im Kopf.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei älteren, verbrauchten Menschen mit rheumatischer und harnsaurer Neigung; ein bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben.
Thermalitätfrostig
TemperamentDas Bild ist von Schwäche und Erschöpfung geprägt, die abends und nach dem Gehen deutlich zunehmen. Beschrieben wird ein Mangel an Lebenswärme und Antrieb bei gleichzeitiger nervöser Erregbarkeit im Geschlechtsbereich. Ein eigenständiges, ausgeprägtes Gemütsthema ist in den Rubriken nicht ausgewiesen.

Gemütsbild

Erschöpfung und Mangel an LebenswärmeNervöse Erregbarkeit bei gleichzeitiger körperlicher SchwächeZustände des höheren Alters mit nachlassender KraftWenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild

Für Ginseng liegen im Gemütsbereich kaum eigenständige Rubriken vor; das Mittel wird in der Literatur überwiegend über die körperlichen Zeichen bestimmt. Beschrieben wird eine allgemeine Verbrauchtheit mit fehlender Lebenswärme, die sich abends und nach körperlicher Anstrengung verstärkt. In den Repertorien ist die Verschlechterung durch Alter und Altersschwäche ausdrücklich verzeichnet. Dieser Schwäche steht eine auffallende Erregbarkeit im Geschlechtsbereich gegenüber, die als eigentliches Kennzeichen des Mittels gilt. Ausgeprägte Ängste oder Wahnideen sind nicht überliefert.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Anhaltende, dabei fruchtlose Erektionen mit Samenverlusten und nachfolgender Erschöpfung
Plötzliches Gefühl wie ein Schlag im Kopf; Schwindel vom Hinterkopf ausgehend
Stechende, blitzartige Schmerzen im Unterbauch, rechts betont, die zur Leiste und mit prickelndem Schmerz in die Beine ziehen
Stechende Schmerzen zwischen den Schulterblättern und im Rücken; Steifheit mit Bedürfnis, sich zu strecken
Verengte Pupillen; Brennen an den Lidrändern und Lichtempfindlichkeit mit Augenschwäche
Bitterer Geschmack nach dem Trinken; Gefühl, als sei Sand im Mund
Verschlechterung
  • Gehen und körperliche Anstrengung
  • Abends, besonders gegen 19 Uhr
  • Höheres Lebensalter und Altersschwäche
  • Nachmittags
  • Sitzen (erschwerte Atmung)
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Strecken der Glieder
  • Wärme

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Vermehrter Hunger, auch zu ungewohnter Zeit
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei rheumatischen Rücken- und Lendenschmerzen aufgeführtBei harnsaurer Diathese verzeichnetBei Erschöpfungszuständen und Schwäche im höheren Lebensalter genanntBei anhaltenden Erektionen und Samenverlusten mit nachfolgender Schwäche in den Repertorien aufgeführtBei Schwindel vom Hinterkopf ausgehend vermerkt

Abgrenzung

Aralia racemosa, in der Literatur als verwandt genannt, steht dagegen vor allem bei nächtlicher Atemnot und Husten. Coca teilt die Erschöpfung nach Anstrengung und den Bezug zu Höhenlagen, ohne die ausgeprägten Geschlechtssymptome. Von Phosphoricum acidum, das ebenfalls bei Schwäche nach Samenverlusten steht, unterscheidet Ginseng die rheumatische Rückenbeteiligung und die harnsaure Neigung; Phosphoricum acidum zeigt zudem die typische geistige Stumpfheit nach Kummer.

Verwandte Mittel

Aralia racemosaCocaPhosphoricum acidumRhus toxicodendronLycopodium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.