HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1701

Guarana / Paullinia Sorbilis

Guar.

Auch: Paull-s.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Guarana (Paullinia sorbilis) ist die Samendroge einer brasilianischen Kletterpflanze aus der Familie der Seifenbaumgewächse, die einen sehr hohen Koffeingehalt aufweist. In der homöopathischen Literatur wird sie vor allem als Kopfschmerzmittel geführt: beschrieben werden nervöse Kopfschmerzen bei Menschen, die reizbar, überwacht und leicht erschöpfbar sind. Das Repertorium verzeichnet zu diesem Mittel nur wenige Angaben, das Bild ist entsprechend schmal.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Literatur beschreibt eher nervös-reizbare, überarbeitete Menschen als einen bestimmten Konstitutionstyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein reizbarer, leicht erregbarer Zustand mit innerer Unruhe und Neigung zu Erschöpfung nach geistiger Anstrengung. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild ist für dieses Mittel nicht überliefert. Auffällig ist die im Repertorium verzeichnete Empfindlichkeit gegenüber Genussmitteln.

Gemütsbild

Nervöse ÜbererregbarkeitErschöpfung nach geistiger AnstrengungEmpfindlichkeit gegenüber GenussmittelnReizbarkeit mit Kopfschmerz

Das Gemütsbild von Guarana ist in den Repertorien nicht ausgearbeitet; das Mittel wird überwiegend körperlich, vor allem über den Kopfschmerz beschrieben. Die klassische Materia medica ordnet es Zuständen nervöser Überreizung zu, wie sie nach anhaltender geistiger Beanspruchung oder reichlichem Genuss von Kaffee und Alkohol beschrieben werden. Betroffene wirken angespannt und leicht reizbar, der Schlaf wird als unruhig geschildert. Da die Substanz selbst ein starkes Anregungsmittel ist, steht das Wechselspiel von künstlicher Wachheit und nachfolgender Ermattung im Vordergrund. Weitergehende Gemütsangaben sind in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Kopfschmerz als Hauptangabe des Mittels; klassisch als nervöser Kopfschmerz beschrieben, oft bei geistig erschöpften Menschen
Verschlechterung durch Kaffee - eine der wenigen ausdrücklich verzeichneten Allgemeinangaben
Verschlechterung durch alkoholische Getränke
Zucken der Augenlider
Durchfall, in der Literatur als reizbedingt und ohne besondere Begleitzeichen geschildert
Verschlechterung
  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke
  • Alkoholische Getränke
  • Geistige Anstrengung
Verbesserung
  • Ruhe und Schlaf
  • Weitere Besserungsangaben sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Kaffee, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Unverträglichkeit alkoholischer Getränke

In Repertorien häufig zugeordnet

Kopfschmerzzustände nervösen UrsprungsBeschwerden nach übermäßigem KaffeegenussBeschwerden nach AlkoholgenussLidzuckenDurchfall

Abgrenzung

Coffea cruda ist das nächstliegende Vergleichsmittel, da beide Substanzen Koffein enthalten; dort stehen jedoch Überwachheit, Gedankenandrang und eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit deutlicher im Vordergrund. Nux vomica teilt die Empfindlichkeit gegen Genussmittel und die Reizbarkeit, ist aber weit umfassender ausgearbeitet und zeigt einen krampfartigen Verdauungsbezug. Da zu Guarana nur wenige Rubriken vorliegen, wird es in der Praxis meist über den Kopfschmerz und die ausdrückliche Verschlechterung durch Kaffee erwogen.

Verwandte Mittel

Coffea crudaNux vomicaThea chinensisCola

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.