Guarea trichiloides, ein Baum aus der Familie der Mahagonigewächse, ist ein wenig gebräuchliches Mittel, das in der Materia medica vor allem bei Augenbeschwerden und Knochenerkrankungen genannt wird. Kennzeichnend sind Schwellung und Lähmung der Lider mit wässriger Bindehautschwellung, Beschwerden nach Augenoperationen sowie ein Zusammenschnüren im Magen. Das Bild ist schmal gezeichnet und wird nach den örtlichen Zeichen bestimmt.
Konstitution
Gemütsbild
Beklemmung in der BrustSchluchzende Atmung als Ausdruck innerer BedrängnisKein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenAuswahl vorrangig nach Augen-, Magen- und Knochenzeichen
Guarea gehört zu den selten gebrauchten Mitteln, deren Prüfung schmal geblieben ist. Eigenständige Gemütsrubriken liegen nicht vor. Was dem seelischen Bereich am nächsten kommt, ist die verzeichnete Angst in der Brust zusammen mit der schluchzenden Atmung und dem Gefühl der Leere in der Brust; beides deutet auf eine bedrängte, beklommene Verfassung hin, ohne dass daraus ein Charakterbild abzuleiten wäre. Weitergehende Aussagen zum Gemüt wären nicht durch Quellen gedeckt. In der Praxis wird das Mittel nach den Augen- und Magenzeichen sowie nach der Zuordnung zu Knochenerkrankungen bestimmt.
Ängste: Angst, die in der Brust empfunden wird, Darüber hinaus in den Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Nach Operationen, besonders am Auge
- Bücken, hinsichtlich des Schwindels
- Während des Frostes und im Fieberverlauf
- Nachmittags
- Einatmen, hinsichtlich des Brustschmerzes
- Warme Getränke
- Ruhe
- Wärme allgemein
Verlangen und Abneigungen
- Gesteigerter Hunger, zeitweise heißhungrig, besonders abends
- Fette und reichhaltige Speisen
- Fisch sowie gekochte und warme Speisen
- Milch; rasche Sättigung
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei ödematöser Schwellung der Lider und wässriger Bindehautschwellung aufgeführtBei Lähmung der Lider verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Beschwerden nach AugenoperationenBei Zusammenschnüren und wundem Schmerz im Magen genanntBei Knochenerkrankungen mit Knochenfraß beschriebenBei häufigem Harndrang mit unwillkürlichem Wasserlassen aufgeführt
Abgrenzung
Apis mellifica teilt die wässrige Schwellung von Lidern und Bindehaut, dort mit stechendem Schmerz, Durstlosigkeit und Verschlimmerung durch Wärme. Rhus toxicodendron zeigt ebenfalls stark geschwollene Lider, verbunden mit Verschlimmerung in Ruhe und nach Durchnässung. Gelsemium sempervirens steht bei Lähmung der Lider mit Schwere und Doppeltsehen. Für Guarea sprechen die ausdrückliche Zuordnung zu Beschwerden nach Augenoperationen sowie die Verbindung von Lidlähmung, Magenzusammenschnüren und Knochenbeteiligung; wegen der schmalen Quellenlage empfiehlt sich der sorgfältige Vergleich der Modalitäten.
Verwandte Mittel
Apis mellificaRhus toxicodendronGelsemium sempervirensCausticumSiliceaMercurius solubilis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.