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Materia medica · Nr. 175

Jaborandi

Jab.

In 377 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Jaborandi, das Blatt des südamerikanischen Strauchs Pilocarpus, ist in der Materia medica das Mittel der überschießenden Absonderungen. Kennzeichnend sind starker Speichelfluss und übermäßiges Schwitzen, dazu Beschwerden der Augen durch Anstrengung der Sehkraft mit Krampf des Ziliarmuskels und verengten Pupillen. Beschrieben wird ein Zustand, in dem Frost, Hitze und Schweiß rasch aufeinanderfolgen, wobei die Kälte auffallend einseitig auftritt.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben. Beschrieben werden Menschen mit reichlichen Absonderungen sowie solche, die ihre Augen bei feiner Arbeit stark beanspruchen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine belastbaren Rubriken vor. Das Bild ist von den körperlichen Zeichen bestimmt, insbesondere von Schweiß, Speichelfluss und den Augenbeschwerden; ein eigenständiges seelisches Bild führt die Literatur zu diesem Mittel nicht.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenErschöpfung durch reichliche AbsonderungenBelastung durch die Augenbeschwerden bei feiner ArbeitAuswahl vorrangig nach Schweiß-, Speichel- und Augenzeichen

Jaborandi ist im Repertorium fast ausschließlich über körperliche Rubriken vertreten, vor allem aus den Bereichen Fieber, Schweiß, Mund und Auge. Ein Gemütsbild mit charakteristischen Wesenszügen, Ängsten oder Wahnideen liegt nicht vor. Mittelbar prägen die reichlichen Absonderungen den Zustand: Wer stark schwitzt und speichelt, wird matt und erschöpft. Ebenso belastet der Umstand, dass Lesen und feine Arbeit rasch Schmerz und Verschwimmen der Buchstaben auslösen. Weitergehende seelische Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Übermäßiges Schwitzen, in den Repertorien im höchsten Grad geführt
Vermehrter Speichelfluss, im Fieber als Begleitzeichen im höchsten Grad verzeichnet; ebenso verminderter Speichel
Einseitiges Kältegefühl im Fieber, im höchsten Grad aufgeführt; Frost, Hitze und Schweiß folgen aufeinander
Hitze mit dem Verlangen, sich aufzudecken
Verengte Pupillen und Schielen; Lähmung der Augenmuskeln, besonders der inneren geraden Muskeln
Krampf des Ziliarmuskels; Schmerz beim Lesen und bei feiner Arbeit; die Buchstaben verschwimmen ineinander
Schwaches, undeutliches Sehen; Hitze in den Augen; Trübung der Linse
Verminderte oder fehlende Milchbildung
Schwellung der Hoden im Zusammenhang mit Mumps
Klopfen am Scheitel, Blutandrang mit sichtbaren Gefäßen an Stirn und Schläfen, gerötetes Gesicht
Übelkeit beim Betrachten bewegter Gegenstände; innerliche Krämpfe
Verschlechterung
  • Anstrengung der Augen, Lesen und feine Arbeit
  • Betrachten bewegter Gegenstände
  • Im Fieberverlauf mit Frost, Hitze und Schweiß
  • Wärme, weshalb aufgedeckt werden möchte
Verbesserung
  • Ruhe der Augen und Schließen der Lider
  • Aufdecken und kühle Luft
  • Ausbruch von Schweiß, hinsichtlich der Hitze

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei übermäßigem Schwitzen und vermehrtem Speichelfluss im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Augenbeschwerden durch Anstrengung der Sehkraft mit Krampf des ZiliarmuskelsBei verengten Pupillen, Schielen und Lähmung der Augenmuskeln verzeichnetBei einseitigem Kältegefühl im Fieber im höchsten Grad genanntBei Hodenschwellung im Zusammenhang mit Mumps aufgeführtBei verminderter Milchbildung beschrieben

Abgrenzung

Mercurius solubilis teilt den reichlichen Speichelfluss und den Schweiß, dort jedoch mit üblem Geruch, nächtlicher Verschlimmerung und ausgeprägter Empfindlichkeit gegen Temperaturwechsel. Ruta graveolens steht bei Augenbeschwerden durch Überanstrengung mit Brennen und Hitze der Augen, ohne die Absonderungsfülle. Physostigma zeigt ebenfalls Ziliarkrampf mit verengten Pupillen und Kurzsichtigkeit. Gelsemium teilt die Lähmung der Augenmuskeln mit Doppeltsehen und Schwere der Lider. Für Jaborandi spricht die Verbindung von starkem Schwitzen, Speichelfluss und Akkommodationskrampf, dazu die einseitige Kälte im Fieber.

Verwandte Mittel

Mercurius solubilisRuta graveolensPhysostigma venenosumGelsemium sempervirensIpecacuanhaAgaricus muscarius

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.