Kalium muriaticum, das Kaliumchlorid, ist zugleich das vierte der zwölf Schüßler-Salze und ein eigenständiges Mittel der klassischen Materia medica. Sein Kennzeichen sind zähe, weiße bis grauweiße Absonderungen und Beläge: weiß belegte Zunge, käsige Pfröpfe aus den Mandeln, dickes Sekret in Nase und Ohrtrompete. Die Literatur ordnet es dem zweiten Abschnitt entzündlicher Verläufe zu, wenn die erste Hitze abgeklungen ist und zähe Ausscheidungen sowie Verhärtungen zurückbleiben.
Konstitution
Gemütsbild
Schwerfälligkeit und Verdrossenheit bei zähen, langwierigen ZuständenGehörstäuschungen: Knacken und Knistern in den OhrenEmpfindlichkeit gegen Reize von außen
Kalium muriaticum ist kein Mittel mit weit ausgearbeitetem Gemütsbild; die Rubrik Gemüt ist im Repertorium nur schwach besetzt. Die stärkste Angabe betrifft Sinnestäuschungen des Gehörs - ein Knacken, das mit den Veränderungen an der Ohrtrompete zusammenhängt. Was die Kalium-Reihe im Allgemeinen kennzeichnet - Pflichtbewusstsein, Festhalten an Ordnung, wenig Nachgiebigkeit - findet sich in der Literatur auch für dieses Salz angedeutet, ist aber für Kalium muriaticum nicht eigens geprüft. Die Verordnung stützt sich in der Praxis fast immer auf die körperlichen Zeichen: die Art der Beläge und Absonderungen und die Verhärtung von Drüsen.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Fette und schwer verdauliche Speisen, wie in der Literatur durchgängig genannt
- Nachts
- Nach Impfungen - eine im Repertorium hoch bewertete Angabe
- Kratzen verschlimmert das Hautjucken
- Aufstoßen - erleichtert das Schwächegefühl im Bauch
- Kalte Getränke und frische Luft
Verlangen und Abneigungen
- In der Literatur kein hervorstechendes Verlangen genannt
- Abneigung gegen fette und reichhaltige Speisen, die auch schlecht vertragen werden
In Repertorien häufig zugeordnet
Katarrhe der Ohrtrompete mit Knacken und SchwerhörigkeitMandelentzündung mit weißen Belägen und käsigen PfröpfenZäher, weißer Schnupfen im zweiten VerlaufsabschnittDrüsenschwellungen und Verhärtungen der BrustdrüseHornhautgeschwüreAphthen und weißer ZungenbelagBeschwerden im Anschluss an Impfungen
Abgrenzung
Von Pulsatilla, die ebenfalls bei Ohr- und Schleimhautkatarrhen genannt wird, unterscheidet Kalium muriaticum die Farbe der Absonderung: weiß und zäh statt mild-gelblich, und es fehlt das wechselhafte, anlehnungsbedürftige Gemütsbild. Mercurius solubilis zeigt bei Halsentzündungen den vermehrten Speichelfluss, den üblen Mundgeruch und die nächtliche Verschlimmerung mit Schweiß, die hier nicht im Vordergrund stehen. Innerhalb der Schüßler-Salze folgt Kalium muriaticum auf Ferrum phosphoricum, das dem ersten, heißen Abschnitt einer Entzündung zugeordnet wird, während Kalium sulfuricum den späteren, gelb-schleimigen Zustand kennzeichnet.
Verwandte Mittel
PulsatillaMercurius solubilisBryonia albaFerrum phosphoricumKalium sulfuricumHydrastis canadensis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.