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Materia medica · Nr. 186

Kalium phosphoricum

Kali-p.

In 2.803 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalium phosphoricum ist eines der großen Nervenmittel der Materia medica und zugleich das fünfte der Schüßler-Salze. Die Literatur beschreibt einen Zustand tiefer nervlicher Erschöpfung nach anhaltender geistiger Anstrengung, Sorge oder Krankheit: leer, mutlos, schreckhaft und zugleich reizbar. Charakteristisch ist die Verbindung von Kraftlosigkeit mit übelriechenden Absonderungen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist schlanke, blasse, rasch ermüdende Menschen, oft junge Erwachsene in Ausbildung oder Studium; auffällig sind kalte Hände und Füße und eine allgemein blutarme Erscheinung.
Thermalitätfrostig
TemperamentSensibel, feinnervig und leicht erschöpfbar. Kleinste Anlässe genügen, um Auffahren, Reizbarkeit oder Tränen auszulösen. Zwischen den Erregungen liegt eine matte, teilnahmslose Grundstimmung.

Gemütsbild

Nervliche Erschöpfung nach geistiger ÜberanstrengungSchwermut und Traurigkeit ohne fassbaren AnlassSchreckhaftigkeit, Auffahren bei Berührung und GeräuschMangel an Selbstvertrauen, Furcht vor dem AlleinseinReizbarkeit, sobald man angesprochen wird

Das Gemütsbild ist das Herzstück dieses Mittels und in den Repertorien breit belegt. Verzeichnet sind Neurasthenie, Gedächtnisschwäche, Schwermut und ein allgemeines Angstgefühl, das sich durch jede Anstrengung verstärkt. Betroffene beschreiben ein Gefühl völliger Leere: Sie können nicht mehr denken, verlieren beim Schreiben Buchstaben und Wörter, ertragen kein Licht und keinen Lärm. Zugleich möchten sie nicht allein sein, reagieren aber gereizt, sobald jemand sie anspricht. In schweren Zuständen führen die Repertorien Lebensüberdruss und Abscheu vor dem Leben, ebenso Heimweh und hysterische Zustände. Kennzeichnend ist, dass jede Erregung körperliche Beschwerden nach sich zieht.

Ängste: Furcht vor dem Alleinsein, Allgemeines Angstgefühl, das sich bei Anstrengung verstärkt, Schreckhaftigkeit gegenüber Geräuschen, Licht und Berührung, Lebensüberdruss in tiefer Erschöpfung

Leitsymptome

Tiefe Schwäche und Müdigkeit mit Schweregefühl in Armen und Beinen, oft nach geistiger Arbeit oder durchwachten Nächten
Ausgeprägter Mangel an Lebenswärme, ständiges Frieren, kalte Hände und Füße mit kaltem Fußschweiß
Übelriechende, teils fauligriechende Absonderungen: Mundgeruch, Stuhl, Fluor und Menses
Weiches, schwammiges, zurückgezogenes Zahnfleisch, braun belegte Zunge
Einseitiger, stechender Kopfschmerz, oft bei Schülern und Studierenden nach längerem Lernen
Herzklopfen nach Erregung und beim Treppensteigen, Schweiß schon bei leichter Anstrengung
Verschlechterung
  • Durch geistige und körperliche Anstrengung
  • Durch Kälte und Erkältungsneigung
  • Durch Erregung, Sorge und Aufregung
  • Nach dem Geschlechtsverkehr
  • Durch Geräusche, Licht und Berührung
Verbesserung
  • Durch Wärme, warme Anwendungen an schmerzenden Gliedern
  • Durch Ruhe und Schlaf
  • Durch leichte, nicht fordernde Bewegung
  • Durch Zuwendung in ruhiger, reizarmer Umgebung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kaltes Wasser und erfrischende Getränke
  • Süßes zur raschen Kräftigung
Abneigung
  • Anstrengende Gesellschaft und Ansprache
  • Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Erschöpfungszuständen und Nervenschwäche nach Überarbeitung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Prüfungserschöpfung mit Gedächtnisschwäche und einseitigem KopfschmerzGenannt bei Schwermut, Angstzuständen und Schlafstörungen durch nervliche ÜberreizungVerzeichnet bei ständigem Frieren, Blutarmut und Schwächezuständen nach KrankheitenAufgeführt bei übelriechenden Absonderungen und Zahnfleischbeschwerden

Abgrenzung

Acidum phosphoricum zeigt ebenfalls Erschöpfung nach Kummer und geistiger Anstrengung, dort herrscht jedoch stille Gleichgültigkeit ohne die Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit von Kalium phosphoricum. Zincum metallicum hat die nervöse Überreizung mit unruhigen Beinen, bei Kalium phosphoricum steht die tiefe Leere im Vordergrund. Kalium carbonicum ist rigider, pflichtbewusster und zeigt die typischen Beschwerden gegen drei Uhr morgens sowie die Schwellung des Oberlids.

Verwandte Mittel

Acidum phosphoricumZincum metallicumCausticumCocculusAcidum picrinicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.