Kalium phosphoricum ist eines der großen Nervenmittel der Materia medica und zugleich das fünfte der Schüßler-Salze. Die Literatur beschreibt einen Zustand tiefer nervlicher Erschöpfung nach anhaltender geistiger Anstrengung, Sorge oder Krankheit: leer, mutlos, schreckhaft und zugleich reizbar. Charakteristisch ist die Verbindung von Kraftlosigkeit mit übelriechenden Absonderungen.
Konstitution
Gemütsbild
Nervliche Erschöpfung nach geistiger ÜberanstrengungSchwermut und Traurigkeit ohne fassbaren AnlassSchreckhaftigkeit, Auffahren bei Berührung und GeräuschMangel an Selbstvertrauen, Furcht vor dem AlleinseinReizbarkeit, sobald man angesprochen wird
Das Gemütsbild ist das Herzstück dieses Mittels und in den Repertorien breit belegt. Verzeichnet sind Neurasthenie, Gedächtnisschwäche, Schwermut und ein allgemeines Angstgefühl, das sich durch jede Anstrengung verstärkt. Betroffene beschreiben ein Gefühl völliger Leere: Sie können nicht mehr denken, verlieren beim Schreiben Buchstaben und Wörter, ertragen kein Licht und keinen Lärm. Zugleich möchten sie nicht allein sein, reagieren aber gereizt, sobald jemand sie anspricht. In schweren Zuständen führen die Repertorien Lebensüberdruss und Abscheu vor dem Leben, ebenso Heimweh und hysterische Zustände. Kennzeichnend ist, dass jede Erregung körperliche Beschwerden nach sich zieht.
Ängste: Furcht vor dem Alleinsein, Allgemeines Angstgefühl, das sich bei Anstrengung verstärkt, Schreckhaftigkeit gegenüber Geräuschen, Licht und Berührung, Lebensüberdruss in tiefer Erschöpfung
Leitsymptome
- Durch geistige und körperliche Anstrengung
- Durch Kälte und Erkältungsneigung
- Durch Erregung, Sorge und Aufregung
- Nach dem Geschlechtsverkehr
- Durch Geräusche, Licht und Berührung
- Durch Wärme, warme Anwendungen an schmerzenden Gliedern
- Durch Ruhe und Schlaf
- Durch leichte, nicht fordernde Bewegung
- Durch Zuwendung in ruhiger, reizarmer Umgebung
Verlangen und Abneigungen
- Kaltes Wasser und erfrischende Getränke
- Süßes zur raschen Kräftigung
- Anstrengende Gesellschaft und Ansprache
- Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Erschöpfungszuständen und Nervenschwäche nach Überarbeitung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Prüfungserschöpfung mit Gedächtnisschwäche und einseitigem KopfschmerzGenannt bei Schwermut, Angstzuständen und Schlafstörungen durch nervliche ÜberreizungVerzeichnet bei ständigem Frieren, Blutarmut und Schwächezuständen nach KrankheitenAufgeführt bei übelriechenden Absonderungen und Zahnfleischbeschwerden
Abgrenzung
Acidum phosphoricum zeigt ebenfalls Erschöpfung nach Kummer und geistiger Anstrengung, dort herrscht jedoch stille Gleichgültigkeit ohne die Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit von Kalium phosphoricum. Zincum metallicum hat die nervöse Überreizung mit unruhigen Beinen, bei Kalium phosphoricum steht die tiefe Leere im Vordergrund. Kalium carbonicum ist rigider, pflichtbewusster und zeigt die typischen Beschwerden gegen drei Uhr morgens sowie die Schwellung des Oberlids.
Verwandte Mittel
Acidum phosphoricumZincum metallicumCausticumCocculusAcidum picrinicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.