Lathyrus sativus, die Saat-Platterbse, ist ein Hülsenfrüchtler, dessen anhaltender Verzehr in Hungerzeiten zum Lathyrismus führt — einer spastischen Lähmung der Beine bei erhaltener Empfindung. Genau dieses Bild prägt das Mittel in den Repertorien: schmerzlose Lähmung und Steifigkeit der unteren Gliedmaßen, gesteigerte Reflexe, spastischer Gang, während Kopf, Bewusstsein und Gefühlssinn frei bleiben. Es ist damit eines der am schärfsten umrissenen Rückenmarksmittel der Materia medica.
Konstitution
Gemütsbild
Wahnidee, in einer Falle zu sitzenEmpfinden von Gefangensein im eigenen, unbeweglich gewordenen KörperKlarer Verstand bei versagendem Körper
Die einzige Gemütsrubrik nennt die Wahnidee, in einer Falle zu sitzen — ein Eintrag mit niedrigem Grad, der aber gut zu dem körperlichen Bild passt: Der Betroffene bleibt geistig wach und klar, während die Beine den Dienst versagen und sich beim Sitzen nicht mehr strecken lassen. Über weitergehende seelische Züge liegt nichts Belastbares vor. Die klassische Beschreibung des Lathyrismus betont ausdrücklich, dass Bewusstsein, Empfindung und Blasenkontrolle lange erhalten bleiben, während die Bewegung verloren geht. Das Mittel wird daher nach dem Bewegungsbefund gewählt, nicht nach der Gemütslage.
Ängste: Gefühl, in einer Falle gefangen zu sein, Weitergehende Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Kaltes, feuchtes Wetter
- Kälte allgemein
- Sitzen — die Beine lassen sich dann nicht mehr strecken
- Versuch zu gehen, wobei die Beine sich kreuzen
- In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
- In der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken kein Verlangen verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine Abneigung verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Spastische Lähmung der Beine, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtNachwirkungen entzündlicher RückenmarkserkrankungenSteifigkeit und Zittern der unteren Gliedmaßen bei kaltem, feuchtem WetterGangstörungen mit gekreuzten Beinen und gesteigerten ReflexenZustände von Schwäche und Muskelschwund nach schweren ErkrankungenKlassisch der Parkinson-Erkrankung und rheumatischen Zuständen zugeordnet
Abgrenzung
Causticum wird ebenfalls fortschreitenden Lähmungen zugeordnet, dort aber mit Verkürzung der Sehnen, Trockenheit der Schleimhäute und ausgeprägter Empfindsamkeit des Gemüts. Gelsemium sempervirens zeigt schlaffe Lähmung mit Zittern und Schwere, meist akut und nach Schreck oder Grippe. Conium maculatum lähmt aufsteigend und bringt Schwindel bei Kopfbewegung mit. Lathyrus tritt vor allem dort ins Blickfeld, wo die Lähmung schmerzlos und spastisch ist, die Empfindung erhalten bleibt und die Beine steif bleiben.
Verwandte Mittel
CausticumGelsemium sempervirensConium maculatumPlumbum metallicumArgentum nitricum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.