Daphne mezereum, der Seidelbast, ist ein klassisches Haut- und Knochenhautmittel. Die Repertorien führen das Mittel im höchsten Grad bei nässenden, krustigen Ausschlägen mit heftigem Jucken sowie bei brennenden Schmerzen in Knochen und Muskeln. Beschrieben wird ein frostiger, empfindlicher Mensch, bei dem Hautleiden und neuralgische Schmerzen ineinandergreifen.
Konstitution
Gemütsbild
Angst, die vom Magen auszugehen scheintGedankenversunkenheit und Geistesabwesenheitschwermütige, teilnahmslose GrundstimmungReizbarkeit nach Ärger, mit nachfolgendem Kopfschmerz
Das Gemütsbild ist von einer stillen, versonnenen Schwermut geprägt. Die Repertorien führen Gedankenversunken und Geistesabwesend im höchsten Grad; Betroffene wirken abwesend und schwer erreichbar. Charakteristisch ist die Rubrik Furcht, die aus dem Magen zu kommen scheint – eine körperlich empfundene Beklemmung in der Magengegend, die im höchsten Grad vertreten ist. Die Materia medica beschreibt außerdem Beschwerden nach Ärger: Der Kopfschmerz nach Ärger ist hochgradig geführt. Insgesamt wirkt die Verfassung gedrückt, wenig unternehmungslustig und leicht durch körperliche Beschwerden zu erschöpfen.
Ängste: Angst mit Sitz in der Magengegend, allgemeines Angstgefühl ohne fassbaren Anlass (Grad 3), Beklemmung, die die Grundstimmung dauerhaft prägt
Leitsymptome
- abends und nachts
- Berührung
- Bewegung, besonders Bewegung des Kopfes
- Wärme des Bettes (klassisch für das Hautjucken beschrieben)
- nach Ärger
- linke Körperseite
- Wärme allgemein und warmes Einhüllen
- Ruhe
- im Freien bei mildem Wetter
- Essen bessert zeitweise die Magenbeklemmung
Verlangen und Abneigungen
- Die klassische Materia medica nennt ein Verlangen nach Fett und Schinken
- Verlangen nach herzhaften, salzigen Speisen wird ebenfalls beschrieben
- Abneigung gegen Speisen bei bestehender Magenbeklemmung
- zu weiteren Abneigungen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
In Repertorien häufig zugeordnet
nässende, verkrustete Ekzeme mit heftigem JuckenAusschläge auf Kopfhaut und im Gesicht mit dicken Borkenbrennende Knochen- und KnochenhautschmerzenGesichtsneuralgien und Nervenschmerzen nach HauterkrankungenGeschwüre mit gelber Absonderung und rotem HofNesselausschlag in knötchenförmiger Ausprägung
Abgrenzung
Graphites zeigt ebenfalls nässende Ekzeme, dort mit honigartiger Absonderung und Vorliebe für Beugefalten, während Mezereum die dicken, lederartigen Krusten mit darunter angesammeltem Eiter kennzeichnet. Rhus toxicodendron hat starkes Jucken mit Besserung durch Bewegung und Wärme, Mezereum dagegen deutliche Verschlimmerung durch Bettwärme. Von Arsenicum album unterscheidet es sich durch das Fehlen der ausgeprägten Ruhelosigkeit und der nächtlichen Todesangst.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumRhus toxicodendronGraphitesPhytolaccaMercurius solubilisGuajacum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.