Myristica sebifera, der Balsam eines südamerikanischen Muskatnussgewächses, gilt in der homöopathischen Literatur als ausgesprochenes Eiterungsmittel. Die Repertorien führen es vor allem bei entzündeten Vereiterungen des Bindegewebes, bei Panaritium und Nagelbettentzündung sowie bei Fisteln und schlecht heilenden Geschwüren. Ältere Autoren nannten es wegen seiner Zuordnung zu abszedierenden Prozessen "das homöopathische Messer"; das Mittel wird nach dem lokalen Befund gewählt, nicht nach einem ausgearbeiteten Gemütsbild.
Konstitution
Gemütsbild
Unruhiger Schlaf mit lebhaften, zusammenhanglosen TräumenTräume von Ärger und StreitTräume von versäumten oder vernachlässigten GeschäftenSchlaflosigkeit, besonders bei schmerzhaften Entzündungen
Der Gemütsanteil ist bei Myristica schwach besetzt. Was die Rubriken verzeichnen, betrifft fast ausschließlich den Schlaf: Ärgerträume, Träume von Geschäften, die man versäumt hat, und ein wirres, unzusammenhängendes Traumleben. Dazu kommt Schlaflosigkeit, wie sie ein klopfender, pochender Eiterungsschmerz mit sich bringt. Weitergehende seelische Züge sind in der klassischen Materia medica nicht näher beschrieben. Das Mittel wird in der Praxis nach dem örtlichen Geschehen und der Neigung zu Vereiterung zugeordnet.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine ausgeprägten Ängste verzeichnet, Nächtliche Unruhe und Sorgenträume um versäumte Pflichten
Leitsymptome
- Nachts, besonders die Brust- und Gliederschmerzen
- Morgens beim Erwachen, mit Schwindel
- Berührung und Druck auf die entzündete Stelle
- Ruhigstellung des betroffenen Gliedes
- Wärme örtlich, wie sie bei reifenden Eiterungen allgemein beschrieben wird
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Speiseverlangen verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Abneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Eiternde Entzündungen des Bindegewebes, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtPanaritium, Umlauf und NagelbettentzündungAbszessbildung und FistelnVereiterung von GelenkenSchlecht heilende GeschwüreKlassisch der Elephantiasis arabum zugeordnet
Abgrenzung
Hepar sulphuris und Silicea stehen Myristica am nächsten und werden in der Literatur ausdrücklich als verwandt genannt: Hepar ist das Bild der äußerst berührungs- und kälteempfindlichen, splitterartig schmerzenden Eiterung, Silicea das der langsamen, kalten, nicht abheilenden Fistel. Myristica wird in der Literatur dort beschrieben, wo der Prozess rasch und ohne die ausgeprägte Reizbarkeit von Hepar verläuft. Anders als Hepar und Silicea besitzt Myristica kein ausgearbeitetes Gemütsbild und wird nahezu ausschließlich nach dem örtlichen Befund zugeordnet.
Verwandte Mittel
Hepar sulphuris calcareumSiliceaAnthracinumPyrogeniumCalendula officinalis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.