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Materia medica · Nr. 222

Myristica sebifera

Myris.

In 36 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Myristica sebifera, der Balsam eines südamerikanischen Muskatnussgewächses, gilt in der homöopathischen Literatur als ausgesprochenes Eiterungsmittel. Die Repertorien führen es vor allem bei entzündeten Vereiterungen des Bindegewebes, bei Panaritium und Nagelbettentzündung sowie bei Fisteln und schlecht heilenden Geschwüren. Ältere Autoren nannten es wegen seiner Zuordnung zu abszedierenden Prozessen "das homöopathische Messer"; das Mittel wird nach dem lokalen Befund gewählt, nicht nach einem ausgearbeiteten Gemütsbild.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Prüfung und die klinischen Berichte beschreiben keinen typischen Körperbau; entscheidend ist der örtliche Eiterungsprozess.
Thermalitätwechselnd
TemperamentÜber das Temperament ist wenig überliefert. Die wenigen Gemüts- und Traumrubriken zeigen einen unruhigen Schlaf mit Ärgerträumen und Träumen von vernachlässigten Geschäften, dazu zusammenhanglose Traumbilder. Das Bild bleibt körperbetont; ein ausgearbeitetes seelisches Porträt liegt in der Literatur nicht vor.

Gemütsbild

Unruhiger Schlaf mit lebhaften, zusammenhanglosen TräumenTräume von Ärger und StreitTräume von versäumten oder vernachlässigten GeschäftenSchlaflosigkeit, besonders bei schmerzhaften Entzündungen

Der Gemütsanteil ist bei Myristica schwach besetzt. Was die Rubriken verzeichnen, betrifft fast ausschließlich den Schlaf: Ärgerträume, Träume von Geschäften, die man versäumt hat, und ein wirres, unzusammenhängendes Traumleben. Dazu kommt Schlaflosigkeit, wie sie ein klopfender, pochender Eiterungsschmerz mit sich bringt. Weitergehende seelische Züge sind in der klassischen Materia medica nicht näher beschrieben. Das Mittel wird in der Praxis nach dem örtlichen Geschehen und der Neigung zu Vereiterung zugeordnet.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine ausgeprägten Ängste verzeichnet, Nächtliche Unruhe und Sorgenträume um versäumte Pflichten

Leitsymptome

Entzündung und Vereiterung des Bindegewebes, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführt
Panaritium, Nagelbettentzündung und Umlauf, auch wenn die Sehnenscheiden mitbeteiligt sind
Vereiterung von Gelenken
Schlecht heilende Geschwüre und Fistelbildung
Schmerz in der Brustseite, nachts schlimmer
Schwindel beim morgendlichen Erwachen mit Schwanken nach links
Verschlechterung
  • Nachts, besonders die Brust- und Gliederschmerzen
  • Morgens beim Erwachen, mit Schwindel
  • Berührung und Druck auf die entzündete Stelle
Verbesserung
  • Ruhigstellung des betroffenen Gliedes
  • Wärme örtlich, wie sie bei reifenden Eiterungen allgemein beschrieben wird

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Abneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Eiternde Entzündungen des Bindegewebes, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtPanaritium, Umlauf und NagelbettentzündungAbszessbildung und FistelnVereiterung von GelenkenSchlecht heilende GeschwüreKlassisch der Elephantiasis arabum zugeordnet

Abgrenzung

Hepar sulphuris und Silicea stehen Myristica am nächsten und werden in der Literatur ausdrücklich als verwandt genannt: Hepar ist das Bild der äußerst berührungs- und kälteempfindlichen, splitterartig schmerzenden Eiterung, Silicea das der langsamen, kalten, nicht abheilenden Fistel. Myristica wird in der Literatur dort beschrieben, wo der Prozess rasch und ohne die ausgeprägte Reizbarkeit von Hepar verläuft. Anders als Hepar und Silicea besitzt Myristica kein ausgearbeitetes Gemütsbild und wird nahezu ausschließlich nach dem örtlichen Befund zugeordnet.

Verwandte Mittel

Hepar sulphuris calcareumSiliceaAnthracinumPyrogeniumCalendula officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.