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Materia medica · Nr. 234

Nerium oleander

Olnd.

In 4.663 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nerium oleander, der Oleander, ist in den Repertorien vor allem durch schmerzlose Lähmungserscheinungen und einen ausgeprägten Reaktionsmangel gekennzeichnet. Charakteristisch sind schuppende, nässende Kopfhaut- und Hautausschläge mit heftigem nächtlichem Jucken sowie Durchfälle mit unverdauten Speiseresten und unwillkürlichem Stuhlabgang beim Windeabgang. Die klassische Materia medica beschreibt einen geistig verlangsamten Menschen, der Gelesenes mehrfach durchgehen muss, um es zu erfassen.

Konstitution

KörperbauHäufig blass, mit bläulichen Ringen um die Augen und trockener, schuppender Haut. Die Literatur beschreibt eine hinfällige, wenig widerstandsfähige Verfassung mit Neigung zu Wasseransammlungen.
Thermalitätfrostig
TemperamentVerlangsamt, teilnahmslos, wenig reaktionsfähig. Zugleich wird eine Neigung zum Widersprechen genannt. Die Auffassung ist erschwert: die Aufmerksamkeit hält beim Lesen oder Schreiben nicht durch.

Gemütsbild

Geistige Langsamkeit und erschwerte AuffassungReaktionsmangel und UnempfindlichkeitNeigung zum WidersprechenMangel an Selbstvertrauen

Die Rubriken nennen Langsamkeit, Mangel an Selbstvertrauen und die Neigung, zu widersprechen. Der herausragende Zug ist jedoch der Reaktionsmangel, der mit hohem Grad aufgeführt ist und sowohl körperlich als auch seelisch beschrieben wird. Die klassische Materia medica hebt hervor, dass der Patient beim Lesen den Sinn erst nach mehrmaligem Durchgehen erfasst und dass das Schreiben Beschwerden verschlimmert. Angst nimmt bei jeder Anstrengung zu. Insgesamt zeichnet die Literatur eine gedämpfte, kraftlose Verfassung ohne dramatische Erregung.

Ängste: Angst, die sich durch Anstrengung verschlimmert, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schmerzlose Lähmungen und lähmungsartige Schwäche, klassisch auch halbseitig beschrieben
Taubheitsgefühl und Aufhebung der Schmerzempfindung an äußeren Teilen
Kopfhaut- und Hautausschläge mit heftigem Jucken, besonders nachts und beim Ausziehen; der Patient kratzt sich wund
Feuchte Ausschläge und Nässen hinter den Ohren
Durchfall mit unverdauten Speiseresten, reichlich, wässrig und faulig riechend
Unwillkürlicher Stuhlabgang beim Abgehen von Blähungen — ein bekanntes Kennzeichen des Mittels
Verschlechterung
  • Ausziehen und Entblößen
  • Geistige Anstrengung, Schreiben, Lesen
  • Linke Körperseite
  • Obst und heißes Wetter (Durchfall)
Verbesserung
  • Ruhe
  • Warmes Einhüllen
  • Nach dem Essen (Hungerschwäche)

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger und vermehrter Appetit, obwohl die Speisen nicht schmecken
  • Zittern bei Hunger, das nach dem Essen nachlässt
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Obst
  • Die Speisen schmecken nicht, obwohl Appetit besteht

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzlose Lähmungserscheinungen, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtChronische Kopfhaut- und Hautausschläge mit nächtlichem JuckenDurchfall mit unverdauten Speiseresten und unwillkürlichem StuhlabgangZustände mit ausbleibender Reaktion und SchwächeNässende Ausschläge hinter den Ohren

Abgrenzung

Von Causticum, das ebenfalls Lähmungen zeigt, trennt die vollständige Schmerzlosigkeit und der ausgeprägte Reaktionsmangel; Causticum ist dabei ängstlich-mitfühlend und verschlechtert sich bei trockenem Wetter. Graphites steht dem nässenden Ausschlag hinter den Ohren nahe, zeigt aber die honigartige Absonderung und die frierende, unentschlossene Verfassung. Von China unterscheidet die fehlende Überempfindlichkeit gegen Berührung.

Verwandte Mittel

CausticumGraphitesChina officinalisAnacardiumClematis recta

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.