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Materia medica · Nr. 3632

Orobanche Ramosa

orob-r.

In 60 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Orobanche ramosa, die Ästige Sommerwurz, ist eine blattgrünlose Schmarotzerpflanze, die auf den Wurzeln anderer Pflanzen wächst. In der Homöopathie ist sie ein selten geführtes Mittel. Die Repertorien nennen mit hohem Grad vermehrten Speichelfluss, der zusammen mit den Schmerzen auftritt, ein einwärts drückendes Gefühl im Kopf wie von Fingerspitzen sowie eine deutliche Besserung nach dem Schlaf. Kennzeichnend ist der Verlauf der Schmerzen: Sie steigen langsam zum Höhepunkt an und klingen ebenso langsam wieder ab.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentRasch erschöpfbar. Die Rubriken führen eine Verschlimmerung durch geistige Anstrengung und durch ungewohnte körperliche Belastung; Müdigkeit verschlechtert den Zustand, Schlaf bessert ihn deutlich.

Gemütsbild

Verschlimmerung durch geistige AnstrengungErmüdung als auslösender UmstandIn den Rubriken sonst kaum Gemütszeichen verzeichnet

Die Gemütsrubriken beschränken sich auf einen Punkt: geistige Anstrengung verschlechtert den Zustand. Damit fügt sich das Gemüt in das Gesamtbild der Erschöpfbarkeit ein, das auch die allgemeinen Rubriken zeichnen — ungewohnte körperliche Belastung und Müdigkeit verschlimmern, während der Schlaf mit hohem Grad als bessernd geführt wird. Ein ausgeformtes seelisches Bild ist für dieses Mittel nicht überliefert und wird hier nicht ergänzt. Bemerkenswert bleibt die Zeitgestalt der Beschwerden: langsames Anschwellen bis zu einem Höhepunkt, ebenso langsames Abklingen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht eigens verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Vermehrter Speichelfluss, der zusammen mit den Schmerzen auftritt, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
Kopfschmerz mit einwärts gerichtetem Druck, als drückten Fingerspitzen von außen ein
Deutliche Besserung des Kopfschmerzes nach dem Schlaf
Schmerzen, die allmählich bis zu einem Höhepunkt zunehmen und dann langsam abklingen
Verschlimmerung nach dem Essen, besonders nach reichlichem Essen
Sehstörungen während des Kopfschmerzes, Lichtempfindlichkeit
Starke Zahnsteinbildung
Herzklopfen, Durchfall
Polypenbildung, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, besonders nach reichlichen Mahlzeiten
  • Ermüdung, ungewohnte körperliche Anstrengung
  • Geistige Beanspruchung
  • Während des Kopfschmerzes, mit Sehstörungen und Speichelfluss
Verbesserung
  • Nach dem Schlaf, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
  • Ruhe
  • Zurückhaltung beim Essen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Reichliche Mahlzeiten werden schlecht vertragen und verstärken die Beschwerden

In Repertorien häufig zugeordnet

Kopfschmerzen mit Speichelfluss und Sehstörungen, in Repertorien aufgeführtBeschwerden, die nach dem Essen zunehmenErschöpfungszustände nach geistiger oder körperlicher AnstrengungPolypenbildungVermehrte ZahnsteinbildungHerzklopfen

Abgrenzung

Das langsame An- und Abschwellen der Schmerzen ist klassisch das Kennzeichen von Stannum metallicum und Platinum metallicum; beide sind ungleich besser geprüft und werden bei diesem Verlauf zuerst erwogen. Für Kopfschmerz mit Speichelfluss wird häufiger Mercurius solubilis oder Iris versicolor genannt, wobei Iris zusätzlich das saure Erbrechen zeigt. Die Besserung nach dem Schlaf verbindet Orobanche mit Phosphorus und Sanicula. Als Schmarotzerpflanze steht sie in der modernen Literatur bisweilen neben Cuscuta und Viscum album, ohne dass daraus ein gesichertes Bild abgeleitet wäre.

Verwandte Mittel

Stannum metallicumPlatinum metallicumIris versicolorMercurius solubilisPhosphorusViscum album

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.