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Materia medica · Nr. 2571

Ozone (Oxygenium)

Ozone.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ozonum, das dreiatomige Sauerstoffmolekül, ist in der homöopathischen Materia medica ein junges und selten verwendetes Mittel; die zugrunde liegenden Angaben stammen aus neueren Prüfungen und Beobachtungen, nicht aus der klassischen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Die wenigen vorliegenden Rubriken kreisen um zwei Bereiche: einen inneren, mit Gänsehaut verbundenen Frost und eine Unsicherheit im Entscheiden bis hin zum Mangel an Selbstvertrauen.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau wird nicht beschrieben. Das Mittel ist über Empfindungen bestimmt, nicht über einen Habitus.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie vorliegenden Rubriken zeichnen einen Menschen, dem das Zutrauen zu sich selbst fehlt und der bei alltäglichen Entscheidungen ins Schwanken gerät – ausdrücklich verzeichnet ist die Unentschlossenheit beim Einkaufen. Dazu passt die durchgängige Frostigkeit mit innerlichem Frieren. Ein umfassend ausgearbeitetes Temperamentsbild liegt für dieses Mittel nicht vor.

Gemütsbild

Mangel an Selbstvertrauen, in den Rubriken ausdrücklich geführtUnentschlossenheit, besonders beim EinkaufenUnsicherheit in alltäglichen, an sich einfachen Entscheidungen

Die Gemütszeichen von Ozonum sind schmal, aber auffallend konkret. Verzeichnet ist der Mangel an Selbstvertrauen und, als eigene Rubrik, die Unentschlossenheit beim Einkaufen – eine alltägliche Situation, in der Zutrauen und Entschlusskraft gefordert sind und in der die Unsicherheit sichtbar wird. Dass gerade diese besondere Rubrik in den Verzeichnissen steht, spricht für ihre Herkunft aus einer neueren Arzneimittelprüfung, in der solche Alltagsbeobachtungen mitgeschrieben werden. Ein durchgeprüftes, breit belegtes Gemütsbild im Sinne der großen Mittel liegt nicht vor; über die genannten Zeichen hinaus wäre jede Ausdeutung Spekulation. Bemerkenswert ist die Nähe zwischen der seelischen Unsicherheit und dem körperlichen Frösteln, das die Rubriken in mehreren Kapiteln führen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Beschrieben wird Unsicherheit und mangelndes Zutrauen zu sich selbst, nicht eine benannte Angst

Leitsymptome

Innerlicher Frost, in den Rubriken als eigener Eintrag geführt – das Frieren wird von innen heraus empfunden
Frösteln im Fieberverlauf, in mehreren Kapiteln der Rubriken verzeichnet
Gänsehaut, besonders während des Froststadiums im Fieber
Reizhusten, in den Rubriken als reizbarer Husten geführt
Die Zeichen des Mittels ordnen sich um Frost, Schauer und Reizbarkeit der Atemwege
Verschlechterung
  • Kälte und Frost, entsprechend den mehrfach geführten Frostrubriken
  • Im Froststadium des Fiebers
  • In den vorliegenden Rubriken sind darüber hinaus keine Modalitäten ausgewiesen
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Zur Besserung liegen keine belastbaren Angaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Mangel an Selbstvertrauen aufgeführtBei Unentschlossenheit, ausdrücklich beim Einkaufen, verzeichnetBei innerlichem Frost und Frösteln im Fieber genanntBei Gänsehaut während des Froststadiums geführtBei Reizhusten in den Rubriken vertreten

Abgrenzung

Bei Mangel an Selbstvertrauen sind vor allem Lycopodium clavatum, Silicea und Baryta carbonica zu bedenken: Lycopodium verbirgt die Unsicherheit hinter Auftreten, Silicea verbindet sie mit Frostigkeit und Nachgiebigkeit, Baryta carbonica mit Schüchternheit vor Fremden. Für den kennzeichnenden innerlichen Frost mit Gänsehaut ist Nux vomica ein Vergleichsmittel. Ozonum unterscheidet sich von all diesen durch die schmale Prüfungsgrundlage: Es wird über die wenigen ausdrücklich verzeichneten Zeichen gewählt, nicht über ein umfassendes Bild.

Verwandte Mittel

SiliceaLycopodium clavatumBaryta carbonicaNux vomicaOxygenium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.