Pareira brava, eine südamerikanische Schlingpflanze (Grießwurzel), ist in der klassischen Materia medica fast ausschließlich ein Mittel der Harnwege. Das Repertorium zeigt ein sehr geschlossenes Bild: quälender, anhaltender Harndrang, tropfenweise und nur unter starkem Pressen erfolgende Entleerung, dazu schneidende Schmerzen im Harnleiter und Nierengrieß im Urin. Bei Männern kommen Prostatavergrößerung und brennende Schmerzen an der Eichel hinzu.
Konstitution
Gemütsbild
Unruhe und Gequältsein durch den anhaltenden HarndrangErschöpfung durch schlaflose, von Drang unterbrochene NächteGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben
Pareira brava gehört zu den Mitteln mit einem eng umgrenzten Wirkungsbereich; die Rubrik Gemüt ist im vorliegenden Repertorium nicht besetzt. Beschrieben wird der Zustand während der Beschwerden: getrieben von unablässigem, schmerzhaftem Drang, angestrengt in immer neuen Versuchen, Wasser zu lassen, dabei kaum Erleichterung findend. Die alten Autoren schildern, dass Betroffene die ungewöhnlichsten Haltungen einnehmen, um überhaupt Harn zu entleeren - ein Zeichen, das als besonders kennzeichnend für dieses Mittel gilt. Seelische Merkmale im engeren Sinn sind nicht überliefert.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Beim Wasserlassen - Prostataschmerz und Brennen
- Nachts durch wiederholten Drang
- Ungewöhnliche Körperhaltungen beim Wasserlassen, wie in der Literatur beschrieben
- Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Kein charakteristisches Verlangen überliefert
- Keine charakteristische Abneigung überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Harnverhaltung und erschwerte BlasenentleerungNierengrieß und Nierensteinleiden mit KolikenBeschwerden bei vergrößerter ProstataSchmerzhafter, anhaltender HarndrangSchleimiger oder gonorrhoischer Ausfluss aus der Harnröhre
Abgrenzung
Berberis vulgaris teilt den Nierenbezug, zeigt aber die typisch strahlenden, wandernden Schmerzen von der Nierengegend in alle Richtungen und einen wechselhaften Charakter der Beschwerden; bei Pareira brava steht die mühsame, tropfenweise Entleerung im Vordergrund. Cantharis ist durch das unerträgliche Brennen vor, während und nach dem Wasserlassen gekennzeichnet, ohne die Blasenlähmung. Sabal serrulata und Conium werden ebenfalls bei Prostatavergrößerung genannt, jedoch ohne die ausgeprägten Harnleiterschmerzen und den Grießbefund.
Verwandte Mittel
Berberis vulgarisCantharisSabal serrulataMedorrhinumLycopodium clavatum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.