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Materia medica · Nr. 240

Petroselinum sativum

Petros.

In 191 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Petroselinum sativum, die Gartenpetersilie, ist in der Materia medica ein eng umschriebenes Mittel der Harnwege. Kennzeichnend ist der plötzliche, gebieterische Harndrang: Er kommt unvermittelt und lässt keinen Aufschub zu. Dazu treten ein Jucken tief in der Harnröhre und milchig-schleimige Absonderungen, wie sie die Repertorien vor allem im Zusammenhang mit Tripper aufführen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht beschrieben; klassisch genannt sind Beschwerden bei Erwachsenen wie bei Kindern.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Rubriken vor; ein seelisches Bild ist in der Literatur nicht näher beschrieben. Beobachtbar ist allenfalls die Getriebenheit, die aus dem unaufschiebbaren Harndrang folgt.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenIn der Literatur nicht näher beschriebenDas Mittelbild ist auf die Harnwege konzentriert

Zu Petroselinum sind im Repertorium keine Gemütsrubriken verzeichnet, und die klassischen Quellen entwerfen kein seelisches Bild. Das Mittel gilt als kleine, örtlich wirkende Arznei mit engem Bezug zu Blase und Harnröhre. Was sich mittelbar beschreiben lässt, folgt aus dem Beschwerdebild: Der plötzliche, unaufschiebbare Harndrang zwingt zu ständiger Wachsamkeit und macht den Alltag schwer planbar. Weitergehende Aussagen über Gemütszustände wären nicht belegt; bei der Auswahl stützt man sich sinnvollerweise auf die körperlichen Kennzeichen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Plötzlicher Harndrang, im hohen Grad verzeichnet; der Betroffene muss sofort Wasser lassen und kann nicht warten
Heftiger Drang bei zugleich erschwerter Entleerung; Nachträufeln nach dem Wasserlassen
Jucken in der Harnröhre, in den Repertorien ausdrücklich im Zusammenhang mit Tripper im hohen Grad aufgeführt
Dünne, schleimige Absonderung aus der Harnröhre; auch milchig, weiß, reichlich oder scharf beschrieben; teils eiweißartig oder klar
Entzündung der Harnröhre; Verklebung der Harnröhrenmündung; Verengung der Harnröhre
Beißender, prickelnder Schmerz in der Harnröhre; ziehende Schmerzen
Schmerzhafte Erektionen
In den allgemeinen Rubriken der sykotischen Belastung zugeordnet
Verschlechterung
  • Beim Wasserlassen und unmittelbar danach
  • Bei aufgeschobenem Harndrang
  • Weitere Verschlimmerungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Verbesserung
  • Sofortige Entleerung der Blase
  • Weitere Besserungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei plötzlichem, unaufschiebbarem Harndrang im hohen Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Entzündungen und Absonderungen der HarnröhreBei Jucken in der Harnröhre im Zusammenhang mit Tripper verzeichnetBei erschwerter Entleerung mit Nachträufeln genanntBei Verklebung der Harnröhrenmündung aufgeführtBei schmerzhaften Erektionen verzeichnet

Abgrenzung

Cantharis zeigt brennende, schneidende Schmerzen vor, während und nach dem Wasserlassen mit tropfenweisem Abgang und großer Unruhe, während bei Petroselinum das Plötzliche des Drangs und das Jucken im Vordergrund stehen. Cannabis sativa steht bei brennendem Harnröhrenschmerz mit dickem Ausfluss und dem Gefühl, als würde ein Tropfen zurückbleiben. Mercurius und Sarsaparilla teilen die Harnröhrenabsonderungen; Sarsaparilla mit dem kennzeichnenden Schmerz am Ende des Wasserlassens. Für Petroselinum spricht die Verbindung von unaufschiebbarem Drang, Jucken tief in der Harnröhre und milchig-schleimiger Absonderung.

Verwandte Mittel

CantharisCannabis sativaMercurius solubilisSarsaparillaThuja occidentalisPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.