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Materia medica · Nr. 3633

Pilocarpinum + Salts (old abbr.)

pilo

Auch: Piloc

In 32 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Pilocarpinum ist das Alkaloid des südamerikanischen Jaborandi-Strauches (Pilocarpus) und wird in der Homöopathie meist in seinen Salzformen geführt. Das Bild ist ein Drüsen- und Sekretionsbild: reichlicher Speichelfluss und starke Schweißabsonderung stehen im Vordergrund, dazu Angaben zu Ohr, Auge und Speicheldrüsen. Mit 32 Rubriken ist es ein kleines, überwiegend klinisch beschriebenes Mittel ohne ausgearbeitetes Gemütsbild.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist in der Literatur nicht beschrieben. Die Angaben beziehen sich auf Zustände mit auffallend gesteigerter Drüsentätigkeit, nicht auf einen bestimmten Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Repertoriumsangaben vor. Die Materia medica beschreibt Pilocarpinum vorwiegend über die körperlichen Wirkungen des Alkaloids. Wer das Mittel erwägt, geht in aller Regel vom Sekretionsbild aus, nicht vom Gemüt.

Gemütsbild

Kein durchgezeichnetes Gemütsbild überliefertSchwächegefühl bei starken AbsonderungenBeschwerden werden überwiegend körperlich beschrieben

Zum Gemüt enthält die Datenbasis keine Rubriken. Auch die klassische Materia medica beschreibt Pilocarpinum fast ausschließlich über seine Wirkung auf Drüsen, Auge und Kreislauf. Was an seelischen Begleiterscheinungen genannt wird, ergibt sich aus dem körperlichen Zustand: Mattigkeit und Hinfälligkeit bei sehr reichlichem Schweiß und Speichelfluss. Ein eigenständiges Gemütsthema, wie es bei den großen Polychresten ausgearbeitet ist, liegt für dieses Mittel nicht vor. Das Porträt bleibt deshalb bewusst zurückhaltend.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine charakteristischen Ängste überliefert

Leitsymptome

Reichlicher Speichelfluss, im Repertorium ausdrücklich auch während der Schwangerschaft aufgeführt
Sehr reichliche Schweißabsonderung - eine der bezeichnendsten Angaben des Mittels
Schwellung der Ohrspeicheldrüse; klinisch ist Mumps zugeordnet
Übelkeit während der Schwangerschaft
Schwindel; das Repertorium führt Menièresche Erkrankung, dazu Hörverlust bis zur Taubheit
Augenangaben mit Kurzsichtigkeit; ferner Haarausfall bis zur Kahlheit und eiweißhaltiger Harn
Verschlechterung
  • Wärme und Anstrengung, die die Absonderungen weiter steigern
  • Zustände mit starkem Flüssigkeitsverlust
Verbesserung
  • Ruhe und kühle Umgebung
  • Nach Nachlassen der Absonderung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit starkem SpeichelflussSehr reichliches SchwitzenSchwellung der Ohrspeicheldrüse, klinisch Mumps zugeordnetÜbelkeit und Speichelfluss in der SchwangerschaftSchwindel im Zusammenhang mit der Menièreschen ErkrankungHörminderung und Ohrbeschwerden

Abgrenzung

Jaborandi (Pilocarpus) ist die Ausgangspflanze und deckt dasselbe Feld aus Speichelfluss, Schweiß und Augenbeschwerden ab; Pilocarpinum ist die isolierte Alkaloidzubereitung daraus. Mercurius solubilis teilt den vermehrten Speichelfluss und den reichlichen Schweiß, ist aber durch den üblen Mundgeruch, die Zahneindrücke der Zunge und die nächtliche Verschlimmerung unterschieden. Bei Mumps steht Mercurius für die linke, Belladonna für die rechte Seite mit heftiger Röte und Hitze; Pilocarpinum wird eher bei ausgeprägter Drüsenschwellung mit starkem Speichelfluss genannt.

Verwandte Mittel

JaborandiMercurius solubilisBelladonnaPhytolacca decandraChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.