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Materia medica · Nr. 3000

Salix nigra

Sal-n.

Auch: Salx-n

In 23 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Salix nigra, die Schwarzweide, wird aus der Rinde und den Kätzchen des nordamerikanischen Weidenbaums bereitet. In der homöopathischen Literatur, besonders bei Boericke und Clarke, gilt sie als kleines Mittel mit einem eng umrissenen Wirkungsfeld: der übersteigerten geschlechtlichen Erregbarkeit bei beiden Geschlechtern und den Folgezuständen im Bereich von Prostata und Genitalien. Alle 23 Repertoriumsrubriken stehen im niedrigsten Grad, das Bild ist also thematisch klar, aber schmal belegt.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Literatur beschreibt das Mittel nicht über einen Körpertyp, sondern über einen Zustand: den nervös übererregten, geschlechtlich aufgewühlten Menschen, oft in jüngeren Jahren.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine erregte, reizbar-unruhige Verfassung, in der die geschlechtliche Erregung das Denken besetzt und den Schlaf stört. Die Betroffenen erleben diesen Zustand meist als quälend und nicht als angenehm; die Erregung drängt sich auf, ohne dass sie gewollt wäre. Nach der Erregung folgt oft Erschöpfung.

Gemütsbild

Übersteigerte geschlechtliche Erregung bei Frauen und MännernAufdringliche, nicht abstellbare Gedanken sexuellen InhaltsErregung, die Schlaf und Sammlung störtNachfolgende Erschöpfung

Das Gemütskapitel von Salix nigra ist knapp, aber eindeutig ausgerichtet: Das Repertorium führt das Mittel bei gesteigerter geschlechtlicher Erregbarkeit sowohl in der weiblichen als auch in der männlichen Form. Damit ist kein Charakterzug gemeint, sondern ein Zustand des Aufgewühltseins, in dem sich Gedanken und Empfindungen auf einen Bereich verengen und schwer zu lenken sind. Die klassische Materia medica beschreibt begleitend Unruhe, Schlaflosigkeit und ein Gefühl innerer Aufregung. Weitere Gemütsthemen sind nicht überliefert. Das Mittel wird deshalb sehr gezielt und nicht als Konstitutionsmittel erwogen.

Ängste: Angstgefühl in der Herzgegend, im Repertorium eigens verzeichnet, Weitere Ängste sind nicht überliefert

Leitsymptome

Gesteigerte geschlechtliche Erregbarkeit bei Frau und Mann - das Kernthema des Mittels
Erektionsschwäche und häufige Samenergüsse, oft im Wechsel mit der Übererregung
Prostataentzündung
Angstgefühl in der Herzgegend, mit Beschwerden von Herz und Kreislauf
Nächtliche Schweiße
Durchfall; das Mittel ist auch bei Tripper aufgeführt
Verschlechterung
  • Nachts, mit Schweiß und Erregung
  • Im Repertorium sind darüber hinaus keine Modalitäten verzeichnet
Verbesserung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine kennzeichnenden Besserungsumstände überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Gesteigerte geschlechtliche ErregbarkeitHäufige Samenergüsse und ErektionsschwächeProstataentzündungBeschwerden mit Angstgefühl in der HerzgegendNachtschweißeSchlafstörung durch innere Erregung

Abgrenzung

Salix nigra teilt das Thema der übersteigerten geschlechtlichen Erregung mit mehreren Mitteln, ist aber am engsten darauf beschränkt. Origanum majorana zeigt dasselbe Thema mit stärkerer Betonung von Unruhe und Bewegungsdrang. Platinum metallicum verbindet die Erregung mit Hochmut und Geringschätzung anderer, also mit einem ausgeprägten Gemütsbild, das Salix nigra fehlt. Staphysagria steht für die Erregung nach Kränkung und Unterdrückung. Selenium metallicum und Phosphoricum acidum decken eher die nachfolgende Erschöpfung mit Samenverlust ab.

Verwandte Mittel

Origanum majoranaPlatinum metallicumStaphysagriaSelenium metallicumPhosphoricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.