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Materia medica · Nr. 3007

Salolum

Salol.

In 16 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Salolum, das Salol oder Phenylsalicylat, ist ein Ester aus Salicylsäure und Phenol und war um 1900 ein gebräuchliches Darm- und Fiebermittel der Schulmedizin. In die homöopathische Literatur ist es über Arzneimittelprüfungen und Vergiftungsbeobachtungen aus jener Zeit gelangt. Die Repertorien führen es in wenigen Einträgen bei fiebrigen und rheumatischen Zuständen, bei Kopfschmerz sowie bei Durchfall und Ruhr.

Konstitution

KörperbauEine kennzeichnende Konstitution ist für Salolum nicht überliefert. Das Mittel stammt aus der Arzneimittellehre der chemischen Präparate und wird über akute Zustandsbilder, nicht über einen Konstitutionstyp bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegt nichts Belastbares vor. Beschrieben werden die Mattigkeit und Abgeschlagenheit fiebriger Zustände, wie sie bei Grippe und Ruhr auftreten.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertAbgeschlagenheit im FieberBenommenheit bei Kopfschmerz

Für Salolum sind in der Datenbank keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel gehört zu den chemischen Präparaten, die vor allem über Vergiftungs- und Nebenwirkungsbeobachtungen in die Materia medica gelangt sind; solche Quellen halten körperliche Erscheinungen fest und lassen das Gemüt meist offen. Was beschrieben wird, ist die allgemeine Hinfälligkeit fiebriger und ruhrartiger Zustände. Ein Charakterbild im Sinne der konstitutionellen Mittel liegt nicht vor. Eine Verschreibung stützt sich daher auf die körperlichen Angaben und die begleitenden Umstände.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Neuralgische Schmerzen, in den Repertorien als allgemeine Schmerzform verzeichnet
Fiebrige Zustände, klassisch der Grippe zugeordnet
Kopfschmerz
Durchfall und ruhrartige Stühle
Rheumatische Beschwerden
Hautausschläge, in den Repertorien bei Pockenausschlag genannt; ferner Einträge zu Tripper
Verschlechterung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Fortgesetzte Einnahme der Substanz in stofflicher Menge
Verbesserung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Grippale, fiebrige ZuständeRheumatische SchmerzenNeuralgienKopfschmerzDurchfall und Ruhr

Abgrenzung

Acidum salicylicum steht Salolum chemisch am nächsten und ist ungleich besser geprüft; dort stehen Ohrensausen, Schwindel und rheumatische Gelenkschmerzen im Vordergrund. Acidum carbolicum teilt den Phenolanteil und ist durch Schwäche, üblen Geruch und die kennzeichnende Empfindlichkeit gegen Gerüche unterschieden. Bei ruhrartigen Stühlen sind Mercurius corrosivus mit seinem quälenden Stuhldrang und Colocynthis mit dem krampfartigen Bauchschmerz die weit häufiger genannten Mittel; Salolum bleibt ein kleines Mittel mit schmaler Prüfungsgrundlage.

Verwandte Mittel

Acidum salicylicumAcidum carbolicumGaultheria procumbensMercurius corrosivus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.