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Materia medica · Nr. 3020

Sanguinarinum nitricum

Sangin-n.

Auch: Sanguin-n

In 83 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sanguinarinum nitricum, das salpetersaure Salz des Alkaloids aus der Blutwurz, ist in der Literatur vor allem als Mittel der Nasen- und Atemwegsschleimhäute überliefert. Kennzeichnend sind zäher, gelber Nasenausfluss mit Trockenheitsgefühl, Polypenbildung und ein Husten mit blutig durchsetztem, zähem Auswurf. Auffallend ist die deutliche Besserung durch Wärme, namentlich durch die Wärme des Ofens.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Mittel wird nach dem Schleimhautbefund an Nase, Rachen und Luftwegen gewählt, nicht nach einem Konstitutionstypus.
Thermalitätfrostig
TemperamentWärmebedürftig und empfindlich gegen kalte Zugluft. Die Rubriken verzeichnen eine deutliche Besserung durch Wärme und eine Verschlimmerung beim Fahren in kaltem Wind sowie im Winter. Ein eigenständiges Gemütsbild ist in der Literatur nicht beschrieben.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der Literatur beschriebenAusgeprägtes Bedürfnis nach WärmeEmpfindlichkeit gegen kalte ZugluftErschöpfung bei anhaltendem Husten

Zu Sanguinarinum nitricum liegen keine Gemütsrubriken vor; das Mittel wird über den Befund an den Schleimhäuten bestimmt. Was sich beschreiben lässt, ist das Verhalten des Kranken gegenüber der Temperatur: Wärme wird gesucht, kalte Zugluft gemieden, die Nähe des Ofens tut ausgesprochen wohl. Diese Rubrik zur Besserung durch die Ofenwärme ist mit hohem Grad geführt und gehört zu den wenigen tragenden Angaben dieses Mittels. Im Übrigen prägt die anhaltende Verstopfung und Trockenheit der Nase mit zähem Sekret sowie der hartnäckige Husten die Lage des Kranken.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine Ängste verzeichnet, Beklemmung bei erschwerter Atmung, in den Atemrubriken angedeutet

Leitsymptome

Zäher, gelber Nasenausfluss mit Trockenheitsgefühl der inneren Teile
Polypenbildung in der Nase, in den Rubriken mit deutlichem Grad geführt
Nachlaufender Schleim im Rachen und jährlich wiederkehrender Heuschnupfen
Husten mit Auswurf, blutig durchsetzt und zäh, daneben weißlicher oder grauer Auswurf von saurem Geschmack
Tiefe Stimme und Beteiligung der Luftwege
Drückender Schmerz innerlich, dazu Verhärtungen nach Entzündungen
Wundheitsgefühl äußerlich, mit Steifheit im Nacken rechts
Verschlechterung
  • Kalter Wind, besonders beim Fahren darin
  • Winter und kalte Jahreszeit
  • Trockene Luft, mit Zunahme der Schleimhauttrockenheit
  • Anhaltendes Husten
Verbesserung
  • Wärme, in den Besserungsrubriken mit hohem Grad geführt
  • Wärme des Ofens, eigens verzeichnet
  • Auswurf, der den Husten für eine Weile beruhigt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Neigung zu Wärme und warmen Umgebungen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen kalte Luft und Zugluft
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Nasenpolypen, klassisch dem Mittel zugeordnetChronischer Nasenkatarrh mit zähem, gelbem SekretNachlaufender Schleim im RachenHeuschnupfen mit jährlicher WiederkehrHusten mit zähem, blutig durchsetztem AuswurfBronchitische Zustände und Nachwirkungen einer GrippeKatarrh der Ohrtrompete mit Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit

Abgrenzung

Sanguinaria canadensis, die Ausgangspflanze, ist besser geprüft und wird dem rechtsseitigen Kopfschmerz mit Aufsteigen vom Nacken über den Scheitel zum rechten Auge sowie den brennenden Wangen zugeordnet; das Nitrat betont demgegenüber ausgesprochen die Nasenschleimhaut und die Polypenbildung. Für Nasenpolypen steht Calcarea carbonica bei feuchter, wässriger Absonderung und Teucrium marum verum bei Verstopfung mit Krustenbildung im Blickfeld. Kalium bichromicum teilt den zähen, fadenziehenden gelben Ausfluss und den Schmerz an der Nasenwurzel, wird jedoch durch Wärme nicht in gleicher Weise gebessert.

Verwandte Mittel

Sanguinaria canadensisKalium bichromicumTeucrium marum verumCalcarea carbonicaLemna minorHydrastis canadensis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.