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Materia medica · Nr. 3070

Scrophularia nodosa

Scroph-n.

In 81 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Scrophularia nodosa, die Knotige Braunwurz, trägt ihren Namen nach der alten Verwendung bei Drüsenleiden und wird in der Literatur vor allem Schwellungen und Knoten der Drüsen zugeordnet, einschließlich Knotenbildungen in der Brust. Im Repertorium fällt daneben ein Schwindel auf, der am Scheitel empfunden wird, sowie eine Verschlimmerung der Atmung beim Liegen auf der Seite. Eigentümlich sind ein süßer Geschmack an der Zungenspitze und ein übel schmeckender Schleim, der herausgeräuspert wird.

Konstitution

KörperbauZur Drüsenschwellung neigend, mit dem skrofulösen Zug, den die älteren Autoren beschreiben. Ein festgelegter Körperbau wird nicht angegeben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentReizbar, mit Beschwerden nach Ärger. Die Rubriken verzeichnen ausdrücklich Beschwerden im Anschluss an Zorn. Darüber hinaus ist ein ausgearbeitetes Gemütsbild in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird über den Drüsen- und Gewebebefund bestimmt.

Gemütsbild

Beschwerden nach Ärger und ZornReizbarkeit ohne weiter ausgeführtes SeelenbildSchläfrigkeit und MattigkeitBelastung durch langwierige Drüsenschwellungen

Die Gemütsrubriken zu Scrophularia nodosa beschränken sich auf eine einzige Angabe: Beschwerden, die nach Zorn auftreten. Sie ist niedrig graduiert und trägt für sich genommen keine Mittelwahl. Alles Weitere, was sich über die Verfassung sagen lässt, ergibt sich aus der Lage des Kranken: anhaltende Drüsenschwellungen, Schwindel und Schläfrigkeit zehren an der Aufmerksamkeit und machen matt. Ein Seelenbild von der Art, wie es die großen geprüften Mittel besitzen, ist zu dieser Pflanze nicht überliefert; sie gilt in der Literatur als Mittel des Gewebes und der Drüsen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine benannten Ängste verzeichnet, Beklemmung bei erschwerter Atmung im Liegen

Leitsymptome

Schwindel, der am Scheitel empfunden wird, in den Rubriken mit deutlichem Grad geführt
Erschwerte Atmung beim Liegen auf der Seite, dazu Verschlimmerung beim Einatmen
Schneiden und Zittern in der Brust innen, Knotenbildung in der Brustdrüse
Klopfen und Stechen in den Augenbrauen, Empfindung kalter Tropfen auf den Lidern
Süßer Geschmack an der Zungenspitze, dazu vermehrter Schleim an der Zungenspitze
Übel schmeckender Schleim, der aus dem Rachen geräuspert wird, mit widerlichem Geschmack in der Halsgrube
Drüsenschwellungen, klassisch dem Mittel zugeordnet, dazu Steifheit im Nacken
Verschlechterung
  • Liegen auf der Seite, für die Atmung
  • Einatmen, für die Brustbeschwerden
  • Nach Ärger und Zorn
  • Nachts, für die unwillkürliche Harnentleerung
Verbesserung
  • Aufrechte Haltung, da das Liegen auf der Seite die Atmung erschwert
  • In den vorliegenden Rubriken sind weitere Besserungsmodalitäten nicht eigens verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Widerwille durch den übel schmeckenden Schleim im Rachen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Drüsenschwellungen, in den klinischen Rubriken genanntKnotenbildungen in der BrustdrüseSchwindel mit Empfindung am ScheitelAtembeschwerden beim Liegen auf der SeiteSkrofulöse AugenzuständeBettnässen bei Kindern, in den Blasenrubriken verzeichnetRheumatische Beschwerden sowie Verdauungsstörungen, in den klinischen Rubriken aufgeführtHautausschlag mit Blasenbildung

Abgrenzung

Conium maculatum wird harten Knoten in der Brustdrüse nach Stoß oder Quetschung sowie dem Schwindel beim Bewegen des Kopfes zugeordnet und ist bei diesen Fragestellungen weit besser geprüft. Phytolacca decandra kennzeichnet die harte, schmerzhafte Brustdrüse mit Schmerzausstrahlung in den ganzen Körper beim Stillen. Calcarea fluorica steht bei steinharten Drüsenknoten im Blickfeld. Scrophularia nodosa tritt vor allem dort hervor, wo Drüsenschwellungen mit dem Scheitelschwindel und dem übel schmeckenden Rachenschleim zusammentreffen.

Verwandte Mittel

Conium maculatumPhytolacca decandraCalcarea fluoricaBaryta carbonicaSiliceaThuja occidentalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.