Sulfonalum ist die Zubereitung aus Sulfonal, einem Schlafmittel des späten 19. Jahrhunderts, dessen Vergiftungsbild in die homöopathische Arzneimittellehre eingegangen ist. Kennzeichnend und am höchsten bewertet sind masernähnliche Ausschläge und Knötchen auf der Haut. Dazu treten Unsicherheit der Bewegungen, aufsteigende Lähmungen, Bläue der Haut und ein auffälliger Harnbefund mit rotbrauner Verfärbung.
Konstitution
Gemütsbild
Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenIn der Literatur nicht näher beschrieben
Zu Sulfonalum sind keine Gemütszeichen verzeichnet. Das Mittel ist ein Arzneimittelbild im engeren Sinn: Es beruht auf den beobachteten Folgen des länger gebrauchten Schlafmittels Sulfonal, das im 19. Jahrhundert weit verbreitet war und bei Dauergebrauch zu einer typischen Vergiftung mit Nervenschäden und rotbraunem Harn führte. Boericke hat diese Beobachtungen in die Arzneimittellehre aufgenommen. Der Zugang führt daher über die körperlichen Zeichen - Haut, Nerven und Harn -, nicht über den seelischen Zustand.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Fortgesetzter Gebrauch schlaferzeugender Mittel
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Absetzen des auslösenden Mittels
- In der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Masernähnliche Hautausschläge mit KnötchenUnsicherheit des Gangs und der BewegungenAufsteigende LähmungserscheinungenOhrgeräusche und KopfschmerzAuffällige Harnverfärbung mit EiweißgehaltFolgezustände nach langem Gebrauch von Schlafmitteln
Abgrenzung
Trional und Veronal sind die nächstverwandten Arzneimittelbilder aus derselben Gruppe der älteren Schlafmittel und ähnlich schmal beschrieben. Bei aufsteigender Lähmung ist Conium maculatum das weit genauer gezeichnete Mittel, bei Bewegungsunsicherheit Alumina und Argentum nitricum. Sulfonalum unterscheidet sich von diesen durch die Verbindung mit dem masernähnlichen Ausschlag und dem auffälligen Harnbefund.
Verwandte Mittel
Conium maculatumAluminaArgentum nitricumOpiumKalium bromatum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.