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Materia medica · Nr. 3256

Sulfonalum

Sulfon.

In 20 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sulfonalum ist die Zubereitung aus Sulfonal, einem Schlafmittel des späten 19. Jahrhunderts, dessen Vergiftungsbild in die homöopathische Arzneimittellehre eingegangen ist. Kennzeichnend und am höchsten bewertet sind masernähnliche Ausschläge und Knötchen auf der Haut. Dazu treten Unsicherheit der Bewegungen, aufsteigende Lähmungen, Bläue der Haut und ein auffälliger Harnbefund mit rotbrauner Verfärbung.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert; das Bild stammt aus Vergiftungsbeobachtungen, nicht aus einer Konstitutionsprüfung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen im Repertorium keine Einträge vor. Aus der Herkunft als Schlafmittel ergibt sich zwar eine Beziehung zu Benommenheit und Betäubung, doch ist diese für das Mittelbild nicht ausgearbeitet und sollte nicht ergänzt werden.

Gemütsbild

Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Sulfonalum sind keine Gemütszeichen verzeichnet. Das Mittel ist ein Arzneimittelbild im engeren Sinn: Es beruht auf den beobachteten Folgen des länger gebrauchten Schlafmittels Sulfonal, das im 19. Jahrhundert weit verbreitet war und bei Dauergebrauch zu einer typischen Vergiftung mit Nervenschäden und rotbraunem Harn führte. Boericke hat diese Beobachtungen in die Arzneimittellehre aufgenommen. Der Zugang führt daher über die körperlichen Zeichen - Haut, Nerven und Harn -, nicht über den seelischen Zustand.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Masernähnlicher Hautausschlag mit Knötchen und Pickeln - die höchstbewerteten Angaben
Unsicherheit und Ungeschicklichkeit der Bewegungen (Ataxie)
Aufsteigende Lähmung, von den Beinen nach oben fortschreitend
Krämpfe in den Gliedern
Bläuliche Verfärbung der Haut
Rotbraun verfärbter Harn mit Eiweißgehalt; Kopfschmerz und Ohrgeräusche
Verschlechterung
  • Fortgesetzter Gebrauch schlaferzeugender Mittel
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Absetzen des auslösenden Mittels
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Masernähnliche Hautausschläge mit KnötchenUnsicherheit des Gangs und der BewegungenAufsteigende LähmungserscheinungenOhrgeräusche und KopfschmerzAuffällige Harnverfärbung mit EiweißgehaltFolgezustände nach langem Gebrauch von Schlafmitteln

Abgrenzung

Trional und Veronal sind die nächstverwandten Arzneimittelbilder aus derselben Gruppe der älteren Schlafmittel und ähnlich schmal beschrieben. Bei aufsteigender Lähmung ist Conium maculatum das weit genauer gezeichnete Mittel, bei Bewegungsunsicherheit Alumina und Argentum nitricum. Sulfonalum unterscheidet sich von diesen durch die Verbindung mit dem masernähnlichen Ausschlag und dem auffälligen Harnbefund.

Verwandte Mittel

Conium maculatumAluminaArgentum nitricumOpiumKalium bromatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.