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Materia medica · Nr. 3286

Taxus baccata

Tax.

Auch: tax

In 289 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Taxus baccata, die Europäische Eibe, ist ein kleines, wenig geprüftes Mittel der klassischen Materia medica. Das Repertorium zeigt es vor allem bei Hautausschlägen an den Unterarmen, bei erschwertem, verzögertem Wasserlassen und bei einem auffälligen Widerspruch zwischen Heißhunger und gleichzeitigem Widerwillen gegen Essen. Die Rubriken sind fast durchweg niedriggradig, das Bild bleibt daher skizzenhaft.

Konstitution

KörperbauKein charakteristischer Körperbau überliefert; die Literatur beschreibt Taxus baccata als Mittel für einzelne Beschwerdebilder, nicht als ausgeprägtes Konstitutionsmittel.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemütsbild liegen im Repertorium nur sehr wenige Angaben vor. Die alten Prüfungen berichten von Mattigkeit, Benommenheit und plötzlicher Kraftlosigkeit nach Einnahme von Eibenteilen. Ein eigenständiges Temperamentsbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Benommenheit und Schwäche nach VergiftungserscheinungenMattigkeit mit Neigung zu OhnmachtIn der Literatur nicht näher beschriebenes Gemütsbild

Die Rubrik Gemüt ist bei Taxus baccata im vorliegenden Repertorium kaum besetzt. Beschrieben werden vor allem körpernahe Zustände: plötzliche Schwäche, Ohnmachtsneigung und Kollaps, wie sie aus der Toxikologie der Eibe bekannt sind. Ein differenziertes seelisches Bild mit eigenen Themen, wie es etwa bei den großen Polychresten vorliegt, lässt sich aus den Daten nicht ableiten. Wer das Mittel erwägt, stützt sich üblicherweise auf die körperlichen Leitsymptome, nicht auf die Gemütsebene.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Pustulöser oder pickeliger Hautausschlag besonders an den Unterarmen, teils mit roten Flecken - das am häufigsten genannte Zeichen
Verzögertes Wasserlassen: Der Harn kommt erst nach längerem Warten und Pressen, dünner Strahl, Harnzwang
Blasenreizung mit Tenesmus und brennendem Harndrang, in Repertorien der Zystitis zugeordnet
Heißhunger, der zugleich von Widerwillen gegen das Essen begleitet wird; auch Heißhunger zwei Stunden nach dem Essen
Kollapsneigung mit plötzlicher Schwäche und Ohnmachtsgefühl
Augenschmerz, ziehend bis neuralgisch, mit Tränen während des Kopfschmerzes und trägen Pupillen
Verschlechterung
  • Nachmittags
  • Nüchternheit - Bauchkollern beim Fasten und vor dem Stuhl
Verbesserung
  • Nach Stuhlgang lassen die Leibschmerzen nach
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger, besonders morgens und auch kurz nach dem Frühstück
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen trotz vorhandenen Hungers

In Repertorien häufig zugeordnet

Pustulöse Hautausschläge, vor allem an den UnterarmenBeschwerden beim Wasserlassen mit verzögertem Beginn und dünnem StrahlBlasenentzündliche Zustände mit HarnzwangKopfschmerz mit Augenschmerz und TränenflussVerdauungsbeschwerden mit widersprüchlichem Appetit

Abgrenzung

Von Cantharis, dem großen Blasenmittel, unterscheidet sich Taxus baccata durch das eher zögerliche, verzögerte Wasserlassen statt des brennenden, unstillbaren Dranges. Gegenüber Sulphur, das ebenfalls bei Hautausschlägen genannt wird, fehlt Taxus das ausgeprägte Hitze- und Juckthema. Da die Datenlage schmal ist, gilt Taxus baccata in der Literatur eher als Mittel für kleine, klar umrissene Beschwerdebilder als für eine Konstitutionsverordnung.

Verwandte Mittel

CantharisSulphurRhus toxicodendronThuja occidentalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.