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Materia medica · Nr. 3476

Usnea barbata

Usn.

In 20 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Usnea barbata, der Bartflechte oder Baumbart, ist ein kleines, aber sehr scharf umrissenes Kopfschmerzmittel. Alles dreht sich um eine einzige Empfindung: Der Kopf will bersten, als würde er von innen auseinandergetrieben, und die Augäpfel werden dabei nach außen gedrückt. Die Schmerzen strahlen aus dem Inneren des Kopfes zu den Augen hin aus und sitzen besonders in den Schläfen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Beschrieben werden Menschen mit Neigung zu Blutandrang im Kopf, oft bei Hitze- und Sonneneinwirkung.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentZum Gemüt liegen keine Rubriken vor. Das Mittel ist über eine einzige, sehr eindringliche Empfindung erschlossen; ein Temperamentsbild wird in der Literatur nicht gezeichnet.

Gemütsbild

Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Usnea barbata sind keine Gemütszeichen verzeichnet. Das Mittel gehört zu den kleinen Mitteln, die über eine einzige durchgehende Empfindung erschlossen sind - hier das Bersten und Auseinandergetriebenwerden des Kopfes. Diese Empfindung ist im Repertorium mit dem höchsten Grad geführt und macht das Mittel gut erkennbar, obwohl sonst kaum etwas überliefert ist. Boericke nennt es im Zusammenhang mit Kopfschmerzen bei Blutandrang und nach Sonneneinwirkung. Wer es erwägt, geht ausschließlich von dieser Schmerzqualität aus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Empfindung, als würde der Körperteil bersten oder auseinandergetrieben - die höchstbewertete Angabe des Mittels
Berstender Kopfschmerz, als sprenge der Kopf von innen
Druck von innen nach außen auf die Augäpfel, als würden sie herausgedrängt
Schmerzen ziehen vom Kopfinneren nach außen zu den Augen
Sitz vor allem in den Schläfen; Blutandrang zum Kopf
Wunder, brennender Schmerz an äußeren Stellen; Polypenbildung ist unter diesem Mittel geführt
Verschlechterung
  • Sonneneinwirkung und Hitze
  • Bücken und Erschütterung
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen am Kopf
  • Ruhe im dunklen Raum

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Berstende Kopfschmerzen mit BlutandrangKopfschmerz nach SonneneinwirkungDruckgefühl hinter den AugenSchläfenkopfschmerzMigräneartige Zustände mit Sprenggefühl

Abgrenzung

Glonoinum teilt den berstenden Kopfschmerz nach Sonneneinwirkung und das pochende Wellengefühl, ist aber weit heftiger und deutlicher an den Herzschlag gebunden. Belladonna zeigt ebenfalls klopfenden Blutandrang, mit heißem Kopf, rotem Gesicht und Empfindlichkeit gegen Erschütterung und Licht. Bei Usnea steht die reine Berstempfindung mit dem Nach-außen-Drücken der Augäpfel im Vordergrund, ohne die dramatische Kongestion der beiden großen Mittel.

Verwandte Mittel

GlonoinumBelladonnaNatrium muriaticumCactus grandiflorusSanguinaria canadensis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.