Valeriana officinalis, der Baldrian, ist in den Repertorien vor allem den nervösen, wechselhaften Zuständen zugeordnet, die die ältere Literatur unter dem Begriff der Hysterie zusammenfasst. Kennzeichnend sind eine ausgeprägte Überempfindlichkeit, rasch wechselnde Beschwerden ohne festen Ort und ein aufsteigendes Kloßgefühl im Hals. Auffallend ist die Besserung durch Bewegung und Gehen bei gleichzeitiger Verschlechterung im Sitzen und Stehen.
Konstitution
Gemütsbild
Ausgeprägte ÜberempfindlichkeitNervöse Erregbarkeit mit raschem WechselVerlangen nach Licht, Verschlimmerung in der DunkelheitSchwermut beim Alleinsein
Die Rubriken führen Überempfindlichkeit und Hysterie mit hohem Grad, dazu Verschlimmerung durch Dunkelheit, Verlangen nach Licht und Furcht beim Betreten eines Zimmers. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, deren Beschwerden ständig den Ort und den Charakter wechseln und die dabei glaubhaft leiden, ohne dass sich ein fester Befund fassen ließe. Wahnvorstellungen und Trugbilder werden in mittlerem Grad genannt. Schwermut tritt vor allem im Alleinsein auf. Insgesamt zeichnet die Literatur ein Bild nervöser Übererregbarkeit ohne die Tiefe der großen Konstitutionsmittel.
Ängste: Furcht beim Betreten eines Zimmers, Furcht im engen Raum, Angst in der Dunkelheit
Leitsymptome
- Sitzen und Stehen
- Abends und beim Erwachen
- Dunkelheit und Zwielicht
- Bücken (Kopfschmerz)
- Bewegung und Gehen
- Lagewechsel
- Helles Licht
- Nach dem Frühstück
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Licht
- Weitergehende Speiseverlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
- Unverträglichkeit von Milch mit nachfolgendem Erbrechen
- Schleimiger Geschmack im Mund mit Widerwillen gegen Speisen
In Repertorien häufig zugeordnet
Nervöse Zustände mit Überempfindlichkeit, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtWandernde, wechselnde Gliederschmerzen mit Besserung durch BewegungSchlaflosigkeit am AbendKloßgefühl im HalsKrampfartige Atembeschwerden
Abgrenzung
Ignatia teilt die wechselnden, widersprüchlichen Beschwerden und das Kloßgefühl, gründet sie jedoch auf Kummer und unterdrückte Gefühle, während bei Valeriana die reine nervöse Überreizung im Vordergrund steht. Asa foetida zeigt ebenfalls ein aufsteigendes Kloßgefühl, verbunden mit übelriechenden Absonderungen und Blähungen. Von Pulsatilla trennt die deutliche Besserung durch Bewegung ohne das ausgeprägte Bedürfnis nach Zuwendung.
Verwandte Mittel
IgnatiaAsa foetidaMoschusPulsatillaCrocus sativus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.