HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 308

Valeriana officinalis

Valer.

In 4.712 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Valeriana officinalis, der Baldrian, ist in den Repertorien vor allem den nervösen, wechselhaften Zuständen zugeordnet, die die ältere Literatur unter dem Begriff der Hysterie zusammenfasst. Kennzeichnend sind eine ausgeprägte Überempfindlichkeit, rasch wechselnde Beschwerden ohne festen Ort und ein aufsteigendes Kloßgefühl im Hals. Auffallend ist die Besserung durch Bewegung und Gehen bei gleichzeitiger Verschlechterung im Sitzen und Stehen.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt; die Literatur beschreibt vorwiegend nervös-reizbare, rasch erschöpfte Menschen, häufig Frauen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentÜberempfindlich, unruhig, rasch wechselnd in Stimmung und Beschwerden. Der Zustand kann von übertriebener Lebhaftigkeit unvermittelt in Erschöpfung umschlagen. Dunkelheit wird schlecht ertragen, es besteht Verlangen nach Licht.

Gemütsbild

Ausgeprägte ÜberempfindlichkeitNervöse Erregbarkeit mit raschem WechselVerlangen nach Licht, Verschlimmerung in der DunkelheitSchwermut beim Alleinsein

Die Rubriken führen Überempfindlichkeit und Hysterie mit hohem Grad, dazu Verschlimmerung durch Dunkelheit, Verlangen nach Licht und Furcht beim Betreten eines Zimmers. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, deren Beschwerden ständig den Ort und den Charakter wechseln und die dabei glaubhaft leiden, ohne dass sich ein fester Befund fassen ließe. Wahnvorstellungen und Trugbilder werden in mittlerem Grad genannt. Schwermut tritt vor allem im Alleinsein auf. Insgesamt zeichnet die Literatur ein Bild nervöser Übererregbarkeit ohne die Tiefe der großen Konstitutionsmittel.

Ängste: Furcht beim Betreten eines Zimmers, Furcht im engen Raum, Angst in der Dunkelheit

Leitsymptome

Gefühl eines aufsteigenden Kloßes im Hals, klassisch als Globusgefühl beschrieben
Ausgeprägte Besserung sämtlicher Schmerzen durch Bewegung und Gehen; Sitzen und Stehen verschlimmern
Zuckende, reißende, ziehende Schmerzen der Glieder, die den Ort wechseln
Erbrechen nach Milch; Übelkeit auch nach Ärger
Kreuzschmerzen, die im Sitzen und Stehen zunehmen, wie verrenkt
Absteigender Frost mit Zittern und Schaudern
Verschlechterung
  • Sitzen und Stehen
  • Abends und beim Erwachen
  • Dunkelheit und Zwielicht
  • Bücken (Kopfschmerz)
Verbesserung
  • Bewegung und Gehen
  • Lagewechsel
  • Helles Licht
  • Nach dem Frühstück

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Licht
  • Weitergehende Speiseverlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Milch mit nachfolgendem Erbrechen
  • Schleimiger Geschmack im Mund mit Widerwillen gegen Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

Nervöse Zustände mit Überempfindlichkeit, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtWandernde, wechselnde Gliederschmerzen mit Besserung durch BewegungSchlaflosigkeit am AbendKloßgefühl im HalsKrampfartige Atembeschwerden

Abgrenzung

Ignatia teilt die wechselnden, widersprüchlichen Beschwerden und das Kloßgefühl, gründet sie jedoch auf Kummer und unterdrückte Gefühle, während bei Valeriana die reine nervöse Überreizung im Vordergrund steht. Asa foetida zeigt ebenfalls ein aufsteigendes Kloßgefühl, verbunden mit übelriechenden Absonderungen und Blähungen. Von Pulsatilla trennt die deutliche Besserung durch Bewegung ohne das ausgeprägte Bedürfnis nach Zuwendung.

Verwandte Mittel

IgnatiaAsa foetidaMoschusPulsatillaCrocus sativus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.