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Materia medica · Nr. 3494

Variolinum

Vario.

In 139 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Variolinum ist eine Nosode, die aus dem Krankheitsprodukt der Pocken bereitet wurde. Ihr Arzneimittelbild ist entsprechend eng an dieses historische Krankheitsgeschehen gebunden: heftiger Kreuz- und Lendenschmerz, schüttelnder Frost wie von kaltem Wasser über den Rücken und ein pustelartiger Hautausschlag. In den Repertorien ist das Mittel außerdem bei Beschwerden verzeichnet, die im Anschluss an eine Impfung auftreten, sowie bei Nachschmerzen einer Gürtelrose.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp wird nicht beschrieben. Wie bei Nosoden allgemein bestimmt nicht der Körperbau die Mittelwahl, sondern die Krankengeschichte und der Zustand.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen kaum eigene Rubriken vor; verzeichnet ist ein sonderbares, wirres Gefühl im Hinterkopf. Beschrieben wird die Verfassung eines schwer fieberkranken Menschen: benommen, hinfällig, mit heftigen Rückenschmerzen, die jede Ruhe verhindern.

Gemütsbild

Wirres, sonderbares Gefühl im HinterkopfBenommenheit im fieberhaften ZustandUnruhe durch die heftigen KreuzschmerzenErschöpfung und HinfälligkeitKein ausgearbeitetes Charakterbild in der Literatur

Variolinum ist eine über das Krankheitsgeschehen erschlossene Nosode, kein Konstitutionsmittel mit ausgeprägter seelischer Zeichnung. Die einzige Gemütsangabe von Gewicht ist das wirre, sonderbare Gefühl im Hinterkopf, das die Repertorien im zweiten Grad führen. Alles Weitere ergibt sich aus dem akuten Zustand: Der Kranke ist benommen und hinfällig, wird von einem heftigen Schmerz im Kreuz und in der Lendengegend umgetrieben und von Frostschauern durchlaufen. Ein tieferes Gemütsbild ist in der klassischen Literatur nicht ausgearbeitet und wird hier bewusst nicht ergänzt.

Ängste: Beunruhigung im fieberhaften Zustand, Weitere Ängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Heftiger Schmerz in Lenden- und Kreuzbeingegend - im höchsten Grad verzeichnet -, dazu dumpfer Schmerz im mittleren Rücken
Pustelartiger Hautausschlag, in den Rubriken ausdrücklich dem Pockenausschlag zugeordnet
Bläschenausschlag im Sinne einer Gürtelrose, ausdrücklich auch die Schmerzen, die danach zurückbleiben
Schüttelfrost mit dem Gefühl, als werde kaltes Wasser über den Rücken gegossen; Frösteln, das den Körper von oben nach unten durchläuft
Frost, der sich auf einzelne Stellen beschränkt, besonders auf Rücken und Lendengegend
Gefühl eines Pfropfes oder Klumpens im Hals, ausdrücklich rechts; Schmerz beim Leerschlucken
Braune Beläge an den Zähnen; herabhängender Unterkiefer bei schwerem Krankheitsverlauf
Schwellung der Hoden, in den Rubriken auch nach Quetschung; Verstopfung
Beschwerden, die im Anschluss an eine Impfung auftraten - eine der kennzeichnendsten Angaben zu diesem Mittel
Verschlechterung
  • Nach einer Impfung
  • Kälte und Zugluft, besonders am Rücken
  • Bewegung des schmerzenden Kreuzes
  • Im Fieberverlauf, wenn die Hitze im Schlaf eintritt
Verbesserung
  • Wärme und warmes Zudecken des Rückens
  • Ruhiges Liegen
  • Ausbrechen des Ausschlags, der den inneren Zustand entlastet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei pustelartigem Hautausschlag im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu heftigen Schmerzen in Lenden- und Kreuzbeingegend mit SchüttelfrostBei Beschwerden, die im Anschluss an eine Impfung aufgetreten sind, im dritten Grad verzeichnetBei Nachschmerzen einer Gürtelrose genanntBei Frostschauern, die den Rücken herablaufen, aufgeführtBei Gefühl eines Pfropfes im Hals mit Schmerz beim Leerschlucken beschrieben

Abgrenzung

Thuja occidentalis ist das am häufigsten genannte Mittel bei Beschwerden nach Impfungen und zeigt dabei Warzen und Wucherungen, fettige Haut und Verschlimmerung durch Feuchtigkeit. Silicea steht bei schlecht abheilenden Impfstellen mit Eiterungsneigung und großer Frostigkeit. Malandrinum wird in der Literatur ebenfalls in diesem Zusammenhang genannt und hat einen ausgeprägten Hautbezug. Rhus toxicodendron teilt den Bläschenausschlag und die Ruhelosigkeit mit Besserung durch Bewegung. Für Variolinum sprechen der ausgeprägte Kreuz- und Lendenschmerz und die Kombination von Schüttelfrost und pustelartigem Ausschlag.

Verwandte Mittel

Thuja occidentalisMalandrinumSiliceaRhus toxicodendronAntimonium tartaricumMezereum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.